Headless Commerce
Headless Commerce trennt die Shop-Logik von der Darstellung: Warenwirtschaft, Warenkorb und Bezahlung laufen im Hintergrund, die sichtbare Oberfläche wird separat gebaut und greift über Schnittstellen darauf zu.
Der Nutzen der Trennung
Sie können die Oberfläche frei gestalten, ohne an die Vorlagen eines Shopsystems gebunden zu sein – und Sie können dieselben Daten an mehreren Stellen ausspielen: Website, App, Verkaufsdisplay im Laden, Marktplatz. Die Preise und Bestände kommen aus einer Quelle.
Der zweite Vorteil zeigt sich beim Wechsel: Ein neues Erscheinungsbild bedeutet keinen Umbau der Shop-Logik, und ein Wechsel des Shopsystems keinen Neuaufbau der Oberfläche.
Wann die Trennung sich rechnet
Wenn Sie über mehrere Kanäle verkaufen — Website, App, Marktplatz, Filialsystem — und alle denselben Bestand und dieselben Preise brauchen. Dann ist der zentrale Kern der Vorteil, und die Oberflächen sind austauschbar.
Bei einem einzelnen Onlineshop ist es zusätzliche Bewegung ohne Gegenwert: zwei Systeme, zwei Aktualisierungszyklen, eine Schnittstelle dazwischen, die ausfallen kann.
Welche Arbeit dabei zusätzlich anfällt
Alles, was ein Standardshop mitbringt und hier selbst gebaut wird: Suche, Filter, Warenkorbverhalten, Checkout-Abläufe, Fehlermeldungen. Das sind Wochen, nicht Tage, und sie stehen in keinem Lizenzvergleich.
Hinzu kommt die Vorschau: Redakteure sehen im Verwaltungsbereich nicht mehr, wie ihre Änderung aussieht. Diese Vorschau nachzubauen ist ein eigener Posten und wird regelmäßig vergessen.
Der ehrliche Preis
Zwei Systeme statt einem heißt mehr Aufwand in Bau und Betrieb. Was ein Standardshop mitbringt – Kasse, Steuerlogik, Versandregeln, Kundenkonto –, muss in der Oberfläche neu gebaut oder angebunden werden.
Die Bauweise lohnt sich ab einer gewissen Größe oder wenn mehrere Ausspielkanäle bedient werden. Für einen Shop mit hundert Artikeln und einem Kanal ist ein Standardsystem fast immer die wirtschaftlichere Wahl, und das sagen wir auch so.
Rechtsgrundlagen
- Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)(öffnet in neuem Tab)Anfechtung §§ 119–122, Bindung an den Antrag § 145, AGB-Recht §§ 305–310, Annahmeverzug § 615 (Ausfallgebühr), Werkvertrag §§ 631 ff., Widerruf §§ 355 ff., Zahlungsdienste §§ 675e Abs. 4, 675u, 675v
- Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuche (EGBGB)(öffnet in neuem Tab)Artikel 246a regelt die Verbraucherinformation; Anlagen 1 und 2 tragen die amtlichen Muster
- Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG)(öffnet in neuem Tab)Deutsche Umsetzung, gilt seit 28. Juni 2025
Häufige Fragen zu Headless Commerce
Wer muss die Pflichtangaben eines Bestellvorgangs liefern, wenn Headless Commerce die Oberfläche vom Backend trennt?
Muss bei Headless Commerce die eigene Oberfläche barrierefrei sein oder das eingekaufte Backend?
Was passiert bei Headless Commerce, wenn die Oberfläche einen Artikel zeigt, den das Backend längst deaktiviert hat?
Was unterscheidet Headless Commerce von einem Headless CMS?
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