CMS (Redaktionssystem)
Ein CMS ist eine Software, mit der Inhalte einer Website gepflegt werden können, ohne den Code anzufassen. Texte, Bilder und Seiten werden über eine Oberfläche bearbeitet, das System erzeugt daraus die fertige Website.
Wofür Sie eines brauchen – und wofür nicht
Die entscheidende Frage ist nicht, ob ein Redaktionssystem gut ist, sondern wer damit arbeiten wird. Wenn in Ihrem Haus regelmäßig jemand Inhalte ändert – Neuigkeiten, Termine, Produkte –, ist ein System sinnvoll. Wenn die Website einmal steht und danach zweimal im Jahr eine Zeile geändert wird, ist es Ballast: Es will aktualisiert werden, es hat Sicherheitslücken, und niemand kennt sich nach einem halben Jahr noch damit aus.
Ein oft übersehener Mittelweg: eine schlanke Oberfläche für genau die zwei bis drei Bereiche, die sich tatsächlich ändern. Das ist wartungsärmer als ein Vollsystem und wird eher benutzt.
Woran sich die Auswahl entscheidet
An der Frage, wer pflegt und wie oft. Ein System, das ein Mitarbeiter zweimal im Jahr benutzt, muss anders aussehen als eines, in dem täglich gearbeitet wird — im ersten Fall zählt Einfachheit mehr als jede Funktion.
Zweitens: Wie viele verschiedene Inhaltsarten gibt es? Bei Seiten und Beiträgen reicht fast jedes System; bei Produkten, Terminen, Standorten und Personen mit Beziehungen untereinander wird die Auswahl schmal.
Was Erweiterungen langfristig kosten
Pflege und Abhängigkeit. Jede Erweiterung ist Code von Dritten, der aktualisiert werden muss und irgendwann nicht mehr gepflegt wird. Eine Installation mit dreißig Erweiterungen hat dreißig mögliche Abkündigungen.
Die Faustregel im Betrieb: Was zwei Zeilen eigener Code lösen, löst keine Erweiterung. Was hundert Zeilen lösen würden, ist eine Erweiterung wert — mit einem Blick auf ihre Pflegehistorie.
Die Systemfrage
WordPress ist am weitesten verbreitet, hat für fast alles eine Erweiterung und ist entsprechend häufig Ziel automatisierter Angriffe – gepflegt werden muss es unbedingt. Andere Systeme sind strenger strukturiert und dadurch pflegeleichter, aber weniger flexibel. Kopflose Systeme trennen Inhalt und Darstellung und eignen sich, wenn dieselben Inhalte an mehreren Stellen ausgespielt werden.
Es gibt keine allgemein richtige Antwort. Es gibt nur die Frage, wer pflegt, wie oft, und was passieren muss, wenn diese Person nicht mehr da ist.
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