Technik & Betrieb

API (Schnittstelle)

Eine API ist eine definierte Schnittstelle, über die zwei Programme Daten austauschen. Sie legt fest, welche Anfragen erlaubt sind und in welcher Form die Antwort kommt – ohne dass ein Programm das Innenleben des anderen kennen muss.

Redaktionell geprüft von Alexander SeidlertwentyonepixelsStand:

Die Idee dahinter

Stellen Sie sich eine API wie die Bestellkarte in einem Restaurant vor: Sie legt fest, was Sie bestellen können und was Sie dafür bekommen. Wie die Küche arbeitet, geht Sie nichts an – und muss Sie auch nicht interessieren. Genau das ist der Zweck: Zwei Systeme arbeiten zusammen, ohne voneinander abhängig zu werden.

Für Ihr Unternehmen bedeutet das konkret: Ihre Website kann Lagerbestände aus der Warenwirtschaft anzeigen, Ihr Shop kann Versandetiketten beim Paketdienst erzeugen, Ihr Kontaktformular kann einen Eintrag im CRM anlegen. Jedes Mal spricht ein System über eine API mit einem anderen.

Woran Sie eine brauchbare Schnittstelle erkennen

An der Dokumentation und an den Fehlermeldungen. Eine Schnittstelle, die im Fehlerfall nur „400" zurückgibt, kostet bei jeder Integration Stunden; eine, die schreibt, welches Feld warum abgelehnt wurde, spart sie. Das ist ein besserer Qualitätsindikator als jede Funktionsliste.

Zweiter Punkt: Gibt es eine Versionierung? Ohne sie kann eine Änderung des Anbieters Ihre Anbindung von einem Tag auf den anderen stoppen.

Welche Grenzen im Betrieb zuerst auffallen

Die Aufruflimits. Fast jede Schnittstelle begrenzt die Zahl der Anfragen pro Minute, und die Grenze wird beim ersten größeren Abgleich erreicht — typischerweise bei der Erstbefüllung, nicht im Alltag. Das gehört vorher gelesen und eingeplant.

Zweitens die Antwortzeiten. Eine Schnittstelle, die im Mittel 200 Millisekunden braucht, ist bei tausend Datensätzen drei Minuten beschäftigt. Solche Abgleiche gehören in den Hintergrund, nicht in einen Seitenaufruf.

Woran Projekte mit Schnittstellen scheitern

Selten an der Technik, fast immer an ungeklärten Zuständigkeiten. Die entscheidende Frage lautet: Welches System führt die Wahrheit? Wenn ein Artikelpreis sowohl im Shop als auch in der Warenwirtschaft geändert werden kann, ist Streit programmiert – und irgendwann verkaufen Sie zum falschen Preis.

Der zweite häufige Punkt sind Ausfälle. Eine Schnittstelle ist irgendwann nicht erreichbar, das ist keine Frage des Ob. Eine gut gebaute Anbindung merkt sich, was sie noch senden muss, versucht es später erneut und meldet sich, wenn es dauerhaft klemmt. Eine schlecht gebaute verliert die Bestellung stillschweigend.

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