Prozessautomatisierung
Prozessautomatisierung bedeutet, wiederkehrende Abläufe von Software erledigen zu lassen — vom automatisch versendeten Angebot bis zur Übergabe von Bestelldaten an die Buchhaltung.
Womit man anfängt
Mit dem Ablauf, der am häufigsten vorkommt, nicht mit dem ärgerlichsten. Zehn Minuten täglich sind im Jahr mehr als fünf Stunden einmalig — und tägliche Abläufe sind meist besser beschrieben und damit leichter zu automatisieren.
Vorher gehört der Ablauf aufgeschrieben. Ein automatisierter Unsinn ist schneller Unsinn; die Hälfte der Arbeit ist die Klärung, was eigentlich passieren soll.
Womit anfangen, wenn vieles händisch läuft
Mit dem Vorgang, der oft vorkommt und immer gleich abläuft — nicht mit dem, der am meisten nervt. Der nervige Vorgang ist meist der komplizierte, und komplizierte Abläufe zu automatisieren dauert lange und bricht häufig. Der langweilige Routinefall bringt schneller Ruhe.
Eine brauchbare Auswahlfrage: Wie oft im Monat, und wie lange dauert es jedes Mal? Was unter einer Stunde im Monat liegt, lohnt die Einrichtung selten — dort ist die Automatisierung teurer als die Handarbeit, die sie ersetzt.
Warum jeder Ablauf einen Zuständigen braucht
Automatisierte Abläufe fallen leise aus. Ändert ein Anbieter seine Schnittstelle oder läuft ein Zugang ab, passiert einfach nichts mehr — und niemand merkt es, weil ja auch keine Fehlermeldung von Hand entsteht. Deshalb gehört zu jedem Ablauf eine Benachrichtigung bei Ausfall und ein Name, der sie bekommt.
Ohne diesen Namen entsteht binnen eines Jahres eine Sammlung stiller Ausfälle, die niemand mehr überblickt. Das ist der übliche Grund, warum Automatisierungsprojekte als gescheitert gelten, obwohl die Technik funktionierte.
Was falsch läuft, wenn es falsch läuft
Automatisierte Abläufe scheitern still. Ein Mensch, der eine Übergabe vergisst, merkt es spätestens beim Nachfragen; ein Programm, das an einem unerwarteten Wert scheitert, macht einfach nichts weiter.
Deshalb gehört zu jeder Automatisierung eine Meldung bei Fehlschlag und eine Stelle, an der man den Stand ablesen kann. Ohne beides tauscht man Handarbeit gegen unbemerkte Lücken.
Rechtsgrundlagen
- Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG)(öffnet in neuem Tab)§ 87 Abs. 1 Nr. 6 stellt Einrichtungen zur Verhaltens- und Leistungsüberwachung unter Mitbestimmung
- Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)(öffnet in neuem Tab)Anfechtung §§ 119–122, Bindung an den Antrag § 145, AGB-Recht §§ 305–310, Annahmeverzug § 615 (Ausfallgebühr), Werkvertrag §§ 631 ff., Widerruf §§ 355 ff., Zahlungsdienste §§ 675e Abs. 4, 675u, 675v
- Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO)(öffnet in neuem Tab)Volltext im Amtsblatt der EU
- Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)(öffnet in neuem Tab)§ 15 Entschädigung bis drei Monatsgehälter, Frist zwei Monate
Häufige Fragen zu Prozessautomatisierung
Welche Zustimmung braucht eine Prozessautomatisierung, die Arbeitsschritte von Beschäftigten aufzeichnet?
Ab wie vielen Beschäftigten gilt eine Prozessautomatisierung als Betriebsänderung?
Wer haftet, wenn eine Prozessautomatisierung denselben Fehler tausendfach wiederholt?
Darf eine Prozessautomatisierung eine Bewerbung ohne menschliche Prüfung ablehnen?
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