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ROI (Return on Investment)

Der ROI setzt den Gewinn einer Maßnahme ins Verhältnis zu ihren Kosten. Bei Websites ist er schwerer zu bestimmen als in Verkaufskanälen — was ihn nicht wertlos macht, aber Vorsicht bei den Zahlen verlangt.

Redaktionell geprüft von Alexander SeidlertwentyonepixelsStand:

Das Zurechnungsproblem

Ein Auftrag entsteht selten aus einem Kanal. Der Kunde sucht, sieht eine Empfehlung, kommt Wochen später zurück. Wer den Gewinn dem letzten Klick zuschreibt, rechnet die Website systematisch klein.

Realistischer ist ein einfacher Rahmen: Wie viele Anfragen kamen über die Website, wie viele davon wurden Aufträge, welcher Deckungsbeitrag steckt darin? Das ist ungenau, aber ehrlich ungenau.

Wie Sie ihn bei einer Website überhaupt rechnen

Nicht über den Umsatz, sondern über die Anfrage. Wenn Sie wissen, wie viele Anfragen zu einem Auftrag werden und was ein Auftrag im Mittel einbringt, lässt sich der Wert einer zusätzlichen Anfrage beziffern — und daran misst sich die Investition.

Beide Zahlen kennt fast jeder Betrieb ungefähr und fast keiner genau. Sie einmal aus den letzten zwölf Monaten zu ermitteln, ist die eigentliche Arbeit; danach ist die Rechnung trivial.

Was in die Kostenseite gehört

Nicht nur die Erstellung, sondern Hosting, Pflege, Inhalte und die eigene Arbeitszeit. Gerechnet an einem Beispiel: Eine Website, die einmal 5.000 Euro kostet und danach jährlich 1.500 Euro an Betreuung, hat nach drei Jahren fast das Doppelte gekostet. Der stillste Posten ist die Abstimmung: Ein Relaunch bindet auf Auftraggeberseite regelmäßig mehrere Personentage, die in keiner Rechnung stehen.

Wer das mitrechnet, kommt zu anderen Entscheidungen — meist zu weniger Technik und mehr Inhalt, weil Inhalt der Teil ist, der über Jahre weiterwirkt.

Häufige Fragen zu ROI (Return on Investment)

Einen allgemeingültigen Schwellenwert gibt es nicht. Die gängigen Vergleichswerte liegen bei 7 bis 10 Prozent für kleine Betriebe und Freiberufler und bei 15 bis 25 Prozent dort, wo hohe Investitionen oder Wachstum zu finanzieren sind; drei der vier ausgewerteten deutschen Fachquellen nennen dieselben Spannen. Sie stammen aus der Kapitalrendite ganzer Unternehmen und lassen sich nicht ohne Weiteres auf eine einzelne Maßnahme übertragen. Der brauchbarere Maßstab ist die nächstbeste Verwendung desselben Geldes.

Der ROAS setzt den Umsatz einer Kampagne ins Verhältnis zu den reinen Werbeausgaben, der ROI den Gewinn ins Verhältnis zum gesamten Mitteleinsatz. Eine Kampagne kann deshalb im ROAS positiv dastehen und im ROI negativ sein, sobald Wareneinsatz, Abwicklung und Betreuung dazukommen. Der ROAS beantwortet, ob das Werbebudget arbeitet; der ROI, ob sich die Sache am Ende gerechnet hat. Was der ROAS nicht leistet: eine Aussage darüber, ob der Betrieb mehr Geld hat als vorher.

Ein negativer ROI im ersten Jahr ist bei Websites der Regelfall und kein Abbruchgrund. Eine deutsche Fachquelle führt eine Website-Optimierung für 5.000 Euro vor, der im ersten Jahr 2.000 Euro zusätzlicher Umsatz gegenübersteht – der Gewinn liegt bei minus 3.000 Euro, der ROI bei minus 60 Prozent. Die Entscheidung fällt nicht an dieser Zahl, sondern an der Richtung: Steigt die Zahl der Anfragen im zweiten Jahr nicht, war nicht der Zeitraum zu kurz, sondern die Maßnahme falsch.

Der ROI trägt selbst keine Zeitangabe – dieselbe Prozentzahl kann für ein Quartal stehen oder für fünf Jahre. Ein deutscher Rechner führt es vor: Bei einem ROI von 20 Prozent ist das eingesetzte Kapital erst nach fünf Jahren wieder erwirtschaftet. Zu jeder Angabe gehört deshalb der Zeitraum, sonst ist sie nicht vergleichbar. Als Bezugsgröße liegt die Nutzungsdauer nahe, die für Anschaffungen der Informationstechnik üblicherweise mit drei Jahren angesetzt wird.

An drei Auslassungen: Es fehlt der Zeitraum, es fehlt die Angabe, was genau im Nenner steht, und eine Prognose tritt als Rückschau auf. Eine deutsche Fachquelle trennt beide Fälle ausdrücklich – eine Grafikdesignerin rechnet aus 1.500 Euro Einsatz und 1.000 Euro tatsächlichem Gewinn rückblickend, ein Freiberufler rechnet minus 60 Prozent vorausschauend aus Annahmen. Der eine Wert ist eine Messung, der andere eine Erwartung. Wer beide gleich behandelt, vergleicht zwei verschiedene Dinge.

Das hängt von der verwendeten Formel ab, und darin liegt die Falle. Vier der fünf ausgewerteten deutschen Fachquellen rechnen Gewinn geteilt durch eingesetztes Kapital; dort heißt ein ROI von 100 Prozent, dass der Gewinn so hoch ist wie der Einsatz. Die fünfte zieht die Investition im Zähler ab; dort heißt dieselbe Zahl, es kam das Doppelte zurück. Ohne die Formel dahinter ist die Angabe nicht auswertbar – und keine der fünf Quellen weist ihre eigene aus.

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