SEO & Sichtbarkeit

Conversion Rate

Die Conversion Rate ist der Anteil der Besucher, die eine gewünschte Handlung ausführen – etwa eine Anfrage senden oder bestellen. Bei 1.000 Besuchern und 20 Anfragen liegt sie bei zwei Prozent.

Redaktionell geprüft von Alexander SeidlertwentyonepixelsStand:

Warum sie oft die wichtigere Zahl ist

Mehr Besucher zu gewinnen kostet Geld und Zeit. Aus denselben Besuchern mehr Anfragen zu machen, kostet meist nur Nachdenken. Wer die Quote von einem auf zwei Prozent hebt, verdoppelt die Anfragen ohne einen einzigen zusätzlichen Besucher.

Deshalb lohnt der Blick auf diese Zahl vor jeder Investition in Reichweite. Eine Seite, die schlecht umwandelt, wird durch mehr Verkehr nicht besser – sie verschwendet nur mehr davon.

Welcher Wert normal ist

Es gibt keinen. Bei erklärungsbedürftigen Dienstleistungen liegen ein bis drei Prozent im üblichen Bereich, bei einem Shop mit wiederkehrenden Kunden deutlich höher, bei einer Anzeigenkampagne auf kalte Zielgruppen deutlich niedriger. Ein Vergleich mit einer Branchenzahl aus dem Netz führt regelmäßig in die Irre.

Aussagekräftig ist nur der Vergleich mit dem eigenen Vormonat, bei gleicher Zählweise und gleicher Herkunft der Besucher.

Warum eine steigende Rate schlecht sein kann

Weil sie ein Bruch ist. Wenn die Zahl der Besucher um die Hälfte fällt und die Zahl der Anfragen gleich bleibt, steigt die Rate — und das Geschäft ist trotzdem schlechter dran. Prozentwerte verbergen ihre Bezugsgröße.

Deshalb wird sie nie allein betrachtet. Drei Zahlen nebeneinander — Besucher, Anfragen, Rate — verhindern die häufigste Fehldeutung ohne jeden Zusatzaufwand.

Woran es meistens liegt

Selten am Design. Häufig an drei Dingen: Der Besucher versteht nicht sofort, worum es geht. Er findet den nächsten Schritt nicht oder er ist zu aufwendig. Oder er hat einen unbeantworteten Einwand – zum Preis, zur Dauer, zur Zuständigkeit.

Ein realistischer Maßstab: Für Anfragen im Dienstleistungsbereich sind ein bis drei Prozent üblich, im Handel meist weniger. Wer Ihnen zweistellige Quoten in Aussicht stellt, rechnet mit einer anderen Bezugsgröße.

Häufige Fragen zu Conversion Rate

Die Quote fällt, weil ein Mensch mehrere Besuche erzeugt. Matomo definiert die Kennzahl in der Metadaten-Dokumentation seiner Reporting-API als Anteil der Besuche mit mindestens einer Conversion, und ein neuer Besuch beginnt dort, sobald zwischen zwei Seitenaufrufen mehr als 30 Minuten liegen. Gerechnet: 20 Anfragen aus 1.000 Besuchen ergeben 2,0 Prozent; stammen diese Besuche von 700 Personen, sind es 2,9 Prozent. Dieselben zwanzig Anfragen, zwei Werte im Verhältnis 1 zu 1,43. Zu jeder Quote gehört deshalb die Bezugsgröße.

Darauf, dass eine Conversion Rate dann über 100 Prozent steigen kann. Die Google-Ads-Hilfe hält fest: Werden mehrere Conversion-Aktionen erfasst oder wird jede Conversion gezählt, kann die Rate 100 Prozent übersteigen, weil einer Interaktion mehr als eine Conversion zugerechnet wird. Matomo verfährt umgekehrt und zählt einen Besuch mit mehreren erreichten Zielen nur einmal. Gerechnet: 20 Bestellungen und 60 Newsletter-Anmeldungen auf 1.000 Besuche ergeben 8 statt 2 Prozent, ohne eine Bestellung mehr. Deshalb eine Hauptzielhandlung ausweisen und die übrigen getrennt.

Ja, denn die Gesamtquote ist ein gewichteter Mittelwert und nicht der Durchschnitt der Kanalwerte. Gerechnet an zwei Monaten: E-Mail bringt 200 Besuche mit 20 Abschlüssen, also 10 Prozent, Anzeigen 800 Besuche mit 8, also 1 Prozent – zusammen 28 von 1.000 und damit 2,8 Prozent. Im Folgemonat E-Mail 100 Besuche mit 12 Abschlüssen, Anzeigen 1.900 mit 23: beide Kanäle besser, zusammen 35 von 2.000 und damit 1,75 Prozent. In der Statistik heißt das Simpson-Paradox.

Die Conversion Rate sagt nichts über die Eignung der Anfragen, denn ihre Zählung endet mit dem Absenden des Formulars. Was danach kommt, steht nicht darin: Anfragen außerhalb des Leistungsbereichs, unerreichbare Absender, abgesagte Termine. Gerechnet: 20 Anfragen aus 1.000 Besuchen sind 2 Prozent, und bei 30 Prozent bearbeitbaren bleiben sechs. Steigt die Quote auf 4 Prozent, während der bearbeitbare Anteil auf 10 Prozent fällt, bleiben vier von 40. Neben die Quote gehört deshalb die Zahl der angenommenen Anfragen.

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