Marketing & Conversion

Conversion-Funnel

Der Funnel beschreibt den Weg vom ersten Seitenaufruf bis zur Anfrage in Stufen. Weil auf jeder Stufe Menschen abspringen, wird er als Trichter dargestellt — und die entscheidende Frage ist, wo er am stärksten verengt.

Redaktionell geprüft von Alexander SeidlertwentyonepixelsStand:

Wozu die Aufteilung dient

Sie sagt, wo die Verbesserung wirkt. Kommen tausend Besucher, sehen dreißig die Kontaktseite und schickt einer ab, dann liegt das Problem nicht bei der Sichtbarkeit — mehr Besucher würden nur mehr Menschen an derselben Stelle verlieren.

Ohne diese Aufteilung optimiert man meist am falschen Ende: an der Reichweite, weil sie sich leicht kaufen lässt, statt an der Stelle, an der es tatsächlich klemmt.

Welche Stufen sich zu messen lohnen

So wenige wie möglich. Ein Funnel mit acht Stufen sieht gründlich aus und wird nicht benutzt, weil niemand acht Zahlen im Kopf behält. Für die meisten Websites reichen drei: wie viele kommen an, wie viele erreichen das Formular, wie viele senden es ab.

Der Wert entsteht erst durch den Vergleich über die Zeit. Eine einzelne Momentaufnahme sagt nichts darüber, ob 40 Prozent Abbruch am Formular viel oder wenig sind — die Frage ist, ob es letzten Monat auch 40 Prozent waren.

Warum der Funnel keine Reihenfolge beschreibt

Die Trichterdarstellung suggeriert, dass alle denselben Weg nehmen. Tatsächlich springen Menschen ein und aus, kommen über eine Anzeige direkt auf die Detailseite, gehen weg, kehren zwei Wochen später über die Suche zurück. Der Funnel ist eine Zählweise, keine Landkarte.

Wer das verwechselt, optimiert Übergänge, die es so nicht gibt. Nützlich bleibt er trotzdem: als Zählwerk für die Frage, an welcher Stelle die größte Zahl verloren geht.

Wo es in der Praxis klemmt

Fast immer an zwei Stellen: Der Besucher erkennt in den ersten Sekunden nicht, ob er richtig ist — oder er weiß nicht, was als Nächstes passiert, wenn er das Formular abschickt.

Beides lässt sich ohne Umbau beheben: eine Überschrift, die sagt, für wen die Seite ist, und ein Satz unter dem Formular, der die Antwortzeit nennt.

Häufige Fragen zu Conversion-Funnel

Ein Conversion-Funnel lässt sich in der kostenfreien Fassung von Google Analytics 4 höchstens 14 Monate zurück vergleichen. Die Aufbewahrung der Nutzerdaten kennt dort nur zwei Werte – 2 oder 14 Monate –, und Google hält ausdrücklich fest, dass diese Einstellung allein Explorationen und Trichterberichte betrifft, nicht die Standardberichte. Längere Zeiträume bleiben der Bezahlfassung vorbehalten, sehr große Datenbestände sind auf 2 Monate begrenzt. Die Umstellung greift erst nach 24 Stunden und holt Gelöschtes nicht zurück.

Ein Conversion-Funnel zählt spätere Einstiege nur, wenn er als offener Trichter geführt wird. Google Analytics 4 kennt zwei Bauarten: Im geschlossenen Trichter zählt ausschließlich, wer bei Schritt eins beginnt, im offenen jeder Einstieg auf jeder Stufe. Dieselben Rohdaten ergeben damit zwei verschiedene Trichter. Führen Anzeigen direkt auf eine Unterseite, verwirft die geschlossene Bauart genau diese Besucher und lässt die späteren Stufen dünner aussehen, als sie sind.

Abgelehnte Besuche fehlen im Conversion-Funnel vollständig, nicht anteilig. Wer die Einwilligung zur Messung verweigert, löst kein Ereignis aus und erscheint auf keiner Stufe – der Trichter beschreibt die zustimmende Teilgruppe, nicht alle Besucher. Für die absoluten Zahlen ist das entscheidend, für die Übergangsquoten nur dann, wenn sich die ablehnende Gruppe anders verhält, und genau das lässt sich nicht messen. Die Größe der Lücke zeigt ein Vergleich der ersten Stufe mit dem Serverprotokoll.

Nein, ein Conversion-Funnel führt diesen Menschen als zwei Personen. Die Zuordnung hängt an einem Kennzeichen im Browser, und ein Gerätewechsel erzeugt einen zweiten Einstieg samt unvollständigem erstem Durchlauf. Im Trichter sieht das aus wie ein Abbruch ohne Grund. Die beiden Datensätze lassen sich nur über eine Anmeldung zusammenführen, die eine Firmenwebsite ohne Kundenkonto nicht hat. Je länger die Entscheidung des Besuchers dauert, desto größer wird diese Lücke.

Nein, der Engpass wandert weiter. Wird die Formularseite häufiger erreicht und treffen dennoch nicht mehr Anfragen ein, hat die Änderung nur mehr Menschen an die nächste Verengung gebracht. Jede Kette aus Stufen hat eine engste Stelle, und die gibt es auch nach jeder Verbesserung noch. Nach einer Änderung wird deshalb die gesamte Kette neu gelesen, nicht nur die veränderte Stufe – maßgeblich ist die Zahl am Ende.

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