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A/B-Test

Beim A/B-Test werden zwei Fassungen einer Seite gleichzeitig ausgespielt und daran gemessen, welche mehr Anfragen bringt. Statt zu diskutieren, welche Variante besser ist, lässt man die Besucher antworten.

Redaktionell geprüft von Alexander SeidlertwentyonepixelsStand:

Die Voraussetzung, die meist fehlt

Genug Datenverkehr. Bei zwanzig Besuchern pro Woche dauert es Monate, bis ein Unterschied überhaupt vom Zufall zu trennen ist — und wer vorher abbricht, hat sich eine Zufallszahl als Erkenntnis verkauft.

Als Faustregel braucht ein aussagekräftiger Test einige hundert Zielhandlungen je Variante. Darunter sind andere Methoden ehrlicher: fünf Nutzer beim Ausfüllen zusehen findet mehr Probleme als ein unterbesetzter Test.

Wie lange ein Test laufen muss

Lange genug, dass ein Unterschied nicht mehr durch Zufall erklärbar ist — und das hängt an der Zahl der Besucher, nicht an der Zahl der Tage. Als Faustregel gilt: Wer eine Verbesserung von zwei Prozentpunkten nachweisen will, braucht je Variante mehrere tausend Aufrufe. Bei dreihundert Besuchern im Monat dauert das länger als das Vorhaben, das damit belegt werden soll.

Der häufigste Fehler ist der Abbruch beim ersten Vorsprung. Frühe Zwischenstände schwanken stark, und wer bei der ersten günstigen Zahl stoppt, misst seine eigene Ungeduld.

Was Sie stattdessen tun, wenn die Zahlen zu klein sind

Bei wenigen hundert Besuchern im Monat ist ein sauberer Test rechnerisch nicht möglich. Statt Varianten zu vergleichen, lohnt sich dann die Beobachtung einzelner Menschen: fünf Personen bei der Benutzung zusehen findet die groben Hürden zuverlässiger als jede Statistik es könnte.

Das ist kein Notbehelf, sondern ein anderes Werkzeug für eine andere Frage. Ein Test beantwortet „welche Fassung ist besser", eine Beobachtung beantwortet „warum kommt hier niemand weiter" — und die zweite Frage ist bei kleinen Zahlen die ergiebigere.

Was sich zu testen lohnt

Große Unterschiede, nicht Knopffarben. Eine andere Überschrift, ein anderes Angebot, ein Formular mit drei statt acht Feldern — Änderungen, bei denen ein Effekt groß genug ist, um sichtbar zu werden.

Und immer nur eine Sache gleichzeitig, sonst weiß man am Ende, dass etwas gewirkt hat, aber nicht was. Das ist der häufigste Fehler in der Praxis.

Rechtsgrundlagen

Häufige Fragen zu A/B-Test

Ein A/B-Test mit 95 Prozent Signifikanz meldet in einem von zwanzig Fällen einen Unterschied, obwohl keiner besteht – das ist die zugelassene Fehlalarmquote, so beschrieben im Praxisleitfaden von Kohavi u. a. (Microsoft, KDD 2007). Der Wert sagt nicht, dass die Gewinnervariante mit 95 Prozent Wahrscheinlichkeit besser ist. Wer fünf Tests gleichzeitig laufen lässt, hat 23 Prozent Chance auf mindestens einen Fehlalarm: 1 minus 0,95 hoch 5 ergibt 0,226.

Ein A/A-Test deckt eine fehlerhafte Messung auf: Beide Gruppen erhalten dieselbe Fassung, und bei 95 Prozent Signifikanz darf das Werkzeug dann nur in etwa fünf Prozent der Läufe einen Unterschied melden. Meldet es häufiger einen Sieger, verteilt die Zuweisung die Besucher schief oder die Auswertung zählt doppelt. Kohavi u. a. (Microsoft, KDD 2007) nennen genau diesen Zweck. Der Lauf gehört vor den ersten echten A/B-Test, nicht danach.

Die Google-Dokumentation zu Website-Tests nennt drei Regeln. Jede Variantenadresse verweist mit einem Canonical-Attribut auf die Originaladresse – nicht mit noindex. Weiterleitungen laufen als 302, nicht als 301, weil 301 die Verschiebung als dauerhaft meldet. Und Googlebot sieht dieselben Adressen wie Besucher; getrennte Auslieferung gilt als Cloaking und verstößt gegen die Spam-Richtlinien. Eine Höchstlaufzeit nennt Google nicht, verlangt aber, alle Testbestandteile nach dem Ende zu entfernen.

Ein A/B-Test braucht die Einwilligung, sobald er die Variantenzuweisung auf dem Endgerät ablegt – als Cookie oder im Speicher des Browsers. § 25 Abs. 1 TDDDG erlaubt Speichern und Auslesen nur mit Einwilligung; die Ausnahme in Absatz 2 Nummer 2 gilt allein für Zugriffe, die für einen ausdrücklich gewünschten Dienst unbedingt erforderlich sind. Optimierung ist das Interesse des Betreibers, nicht der gewünschte Dienst. Die Stichprobenplanung rechnet damit nur mit dem einwilligenden Teil der Besucher.

Ein gewonnener A/B-Test belegt einen Umsatzeffekt nur, wenn der Umsatz selbst gemessen wurde – und das verlangt deutlich mehr Datenverkehr. Kohavi u. a. (Microsoft, KDD 2007) rechnen bei 5 Prozent Kaufquote, 95 Prozent Signifikanz und 90 Prozent Teststärke: 5 Prozent Umsatzunterschied nachzuweisen braucht über 1,6 Millionen Besucher, 5 Prozent Unterschied in der Kaufquote unter 500.000, weil Umsätze stärker streuen. Eine gestiegene Abschlussquote ist deshalb kein Umsatzbeleg.

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