A/B-Test
Beim A/B-Test werden zwei Fassungen einer Seite gleichzeitig ausgespielt und daran gemessen, welche mehr Anfragen bringt. Statt zu diskutieren, welche Variante besser ist, lässt man die Besucher antworten.
Die Voraussetzung, die meist fehlt
Genug Datenverkehr. Bei zwanzig Besuchern pro Woche dauert es Monate, bis ein Unterschied überhaupt vom Zufall zu trennen ist — und wer vorher abbricht, hat sich eine Zufallszahl als Erkenntnis verkauft.
Als Faustregel braucht ein aussagekräftiger Test einige hundert Zielhandlungen je Variante. Darunter sind andere Methoden ehrlicher: fünf Nutzer beim Ausfüllen zusehen findet mehr Probleme als ein unterbesetzter Test.
Wie lange ein Test laufen muss
Lange genug, dass ein Unterschied nicht mehr durch Zufall erklärbar ist — und das hängt an der Zahl der Besucher, nicht an der Zahl der Tage. Als Faustregel gilt: Wer eine Verbesserung von zwei Prozentpunkten nachweisen will, braucht je Variante mehrere tausend Aufrufe. Bei dreihundert Besuchern im Monat dauert das länger als das Vorhaben, das damit belegt werden soll.
Der häufigste Fehler ist der Abbruch beim ersten Vorsprung. Frühe Zwischenstände schwanken stark, und wer bei der ersten günstigen Zahl stoppt, misst seine eigene Ungeduld.
Was Sie stattdessen tun, wenn die Zahlen zu klein sind
Bei wenigen hundert Besuchern im Monat ist ein sauberer Test rechnerisch nicht möglich. Statt Varianten zu vergleichen, lohnt sich dann die Beobachtung einzelner Menschen: fünf Personen bei der Benutzung zusehen findet die groben Hürden zuverlässiger als jede Statistik es könnte.
Das ist kein Notbehelf, sondern ein anderes Werkzeug für eine andere Frage. Ein Test beantwortet „welche Fassung ist besser", eine Beobachtung beantwortet „warum kommt hier niemand weiter" — und die zweite Frage ist bei kleinen Zahlen die ergiebigere.
Was sich zu testen lohnt
Große Unterschiede, nicht Knopffarben. Eine andere Überschrift, ein anderes Angebot, ein Formular mit drei statt acht Feldern — Änderungen, bei denen ein Effekt groß genug ist, um sichtbar zu werden.
Und immer nur eine Sache gleichzeitig, sonst weiß man am Ende, dass etwas gewirkt hat, aber nicht was. Das ist der häufigste Fehler in der Praxis.
Rechtsgrundlagen
- Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz (TDDDG)(öffnet in neuem Tab)§ 21 Auskunft über Bestandsdaten bei rechtswidrigen Inhalten, § 25 regelt die Einwilligung für Zugriffe auf Endgeräte
Häufige Fragen zu A/B-Test
Wie oft irrt ein A/B-Test bei 95 Prozent Signifikanz?
Woran erkennt man einen A/B-Test, dessen Messung selbst fehlerhaft ist?
Worauf ist bei einem A/B-Test zu achten, der die Varianten unter verschiedenen Adressen ausliefert?
Braucht ein A/B-Test die Einwilligung der Besucher?
Was sagt ein gewonnener A/B-Test über den Umsatz aus?
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