SEO & Sichtbarkeit

Sitemap

Eine Sitemap ist eine Datei, die alle Adressen einer Website auflistet, damit Suchmaschinen sie vollständig finden. Sie liegt üblicherweise unter /sitemap.xml und enthält neben den Adressen das Datum der letzten Änderung.

Redaktionell geprüft von Alexander SeidlertwentyonepixelsStand:

Wofür sie wirklich gut ist

Nicht dafür, besser zu ranken – ein verbreiteter Irrtum. Eine Sitemap sorgt dafür, dass Suchmaschinen alle Seiten überhaupt kennen, auch solche, die intern schlecht verlinkt sind. Bei kleinen, gut verlinkten Websites ist der Effekt gering; bei großen oder verschachtelten Auftritten erheblich.

Ihr zweiter Nutzen ist das Änderungsdatum: Es signalisiert, welche Seiten sich zuletzt geändert haben – hilfreich, damit Aktualisierungen schneller aufgenommen werden.

Was eine Sitemap bewirkt und was nicht

Sie hilft beim Finden, nicht beim Bewerten. Eine eingetragene Seite wird schneller entdeckt — ob sie in den Index kommt, entscheidet die Suchmaschine unabhängig davon. Seiten, die als „gefunden, nicht indexiert" geführt werden, stehen fast immer in einer Sitemap.

Nützlich ist sie vor allem für große Websites und für Seiten ohne guten internen Anschluss. Bei zwanzig gut verlinkten Seiten ändert sie praktisch nichts.

Warum das Änderungsdatum ehrlich sein muss

Weil es die einzige Angabe ist, mit der Sie einen erneuten Besuch anregen können. Eine Sitemap, in der alle Seiten täglich als geändert gemeldet werden, verliert diese Wirkung vollständig — die Angabe wird dann ignoriert.

Umgekehrt ist ein stehengebliebenes Datum genauso schädlich: Eine überarbeitete Seite, die weiterhin den Stand von vor einem Jahr meldet, wird nicht neu gelesen. Das Datum gehört deshalb an die Inhaltsänderung gekoppelt, nicht an das Datum der Auslieferung.

Der häufigste Fehler

Eine Sitemap, die von Hand gepflegt wird und deshalb veraltet. Sie sollte automatisch aus den tatsächlichen Inhalten erzeugt werden – dann kann sie gar nicht hinterherhinken.

Zweiter Klassiker: Adressen in der Sitemap, die auf eine Weiterleitung, einen Fehler oder eine ausgeschlossene Seite führen. Das sind widersprüchliche Signale. Was in der Sitemap steht, sollte erreichbar und zur Aufnahme vorgesehen sein – sonst nichts. Und die Formatgrenzen: laut dem Sitemap-Protokoll höchstens 50.000 Adressen und 50 MB je Datei, unkomprimiert gerechnet. Wer darüber liegt, teilt auf und verweist über eine Index-Datei.

Rechtsgrundlagen

Häufige Fragen zu Sitemap

Höchstens 50.000. Das legt das Sitemap-Protokoll 0.9 von sitemaps.org fest, und die Index-Datei selbst darf dabei unkomprimiert nicht größer als 50 MB werden – dieselbe Grenze wie bei einer einzelnen Sitemap, nur eine Ebene höher. Reicht auch das nicht, erlaubt das Protokoll ausdrücklich mehrere Index-Dateien nebeneinander. Rein rechnerisch deckt eine Index-Datei damit bis zu 50.000 mal 50.000, also 2,5 Milliarden Adressen ab, bevor eine weitere nötig wird.

Wesentlich sind Änderungen am Hauptinhalt, an strukturierten Daten oder an Links der Seite – nur solche Anpassungen wertet Google laut eigener Dokumentation als Grund, das Datum in lastmod zu erneuern. Eine reine Änderung des Copyright-Jahres zählt ausdrücklich nicht als wesentlich. Zusätzlich verlangt Google, dass lastmod durchgehend und nachprüfbar stimmt, etwa im Abgleich mit dem tatsächlichen Änderungszeitpunkt der Seite – sonst wird der Wert schlicht ignoriert.

Nein. Google bezeichnet das Einreichen einer Sitemap ausdrücklich als bloßen Hinweis und sichert weder den Abruf der Datei noch ihre Verwendung beim Crawling der aufgeführten Adressen zu. Diese Zusage fehlt schon vor jeder Entscheidung über einzelne Seiten – selbst das Herunterladen der Datei ist nicht garantiert. Wer sich beim Auffinden neuer Seiten allein auf eine eingereichte Sitemap verlässt, hat keine Bestätigung, dass Google sie überhaupt liest.

Nein, Google ignoriert beide Werte vollständig, wie die eigene Dokumentation festhält. Das Sitemap-Protokoll selbst stuft sie ohnehin nur als Hinweis ein, nicht als Vorgabe: Crawler dürfen eine als „hourly“ markierte Seite seltener abrufen und eine als „yearly“ markierte häufiger. Auch der Vorrangwert priority mit Standardwert 0,5 wirkt laut Protokoll nicht auf die Platzierung in Suchergebnissen, sondern höchstens auf die Auswahl zwischen mehreren Adressen derselben Website.

Mehr zum Thema

9 Min. Lesezeit

Google-Unternehmensprofil gesperrt: Ursachen und Einspruch

Ein gesperrtes Google-Unternehmensprofil verschwindet aus Suche und Maps, und niemand im Betrieb kann es mehr bearbeiten. Woran die Sperre meist liegt, wie der Einspruch mit Nachweisen und Video funktioniert und welche Fehler die Wiederherstellung verbauen.

9 Min. Lesezeit

INP verbessern: Interaction to Next Paint unter 200 ms

Die Search Console meldet einen schlechten INP-Wert, Lighthouse ist aber grün? Wie Sie die Ursache einer trägen Interaktion finden, welche Skripte typischerweise dahinterstecken und was den Wert zuverlässig unter 200 Millisekunden bringt.

Alle Fachbeiträge ansehen

Passende Leistungen

SEO & Content-Strategie

Technische SEO-Audits, Core Web Vitals und eine Content-Strategie für bessere Rankings und Sichtbarkeit in der KI-Suche.

Mehr dazu

Technische Beratung & Architektur

Architektur-Reviews, Technologieauswahl und technische Roadmaps — unabhängige Beratung für Ihre digitale Strategie.

Mehr dazu