SEO & Sichtbarkeit

Crawling

Crawling ist der Vorgang, bei dem Suchmaschinen automatisiert Websites abrufen und deren Links weiterverfolgen, um Inhalte zu erfassen. Erst danach entscheidet sich, ob eine Seite in den Index aufgenommen wird.

Redaktionell geprüft von Alexander SeidlertwentyonepixelsStand:

Abrufen ist nicht Aufnehmen

Zwei getrennte Schritte, die oft verwechselt werden. Beim Abrufen holt ein Programm die Seite und folgt den Links. Bei der Aufnahme entscheidet die Suchmaschine, ob der Inhalt es wert ist, gespeichert und angezeigt zu werden. Eine Seite kann abgerufen und trotzdem nicht aufgenommen werden – meist, weil der Inhalt zu dünn oder ein Duplikat ist.

Praktisch heißt das: Wenn eine Seite nicht in den Suchergebnissen auftaucht, ist die erste Frage nicht „Wird sie gefunden?", sondern „Wird sie abgerufen und dann verworfen?". Die Antwort steht in der Google Search Console.

Wovon die Besuchshäufigkeit abhängt

Von der Einschätzung, wie oft sich etwas ändert, und vom Ansehen der Domain. Eine Seite, die über Monate unverändert bleibt, wird seltener geholt — und wenn sie dann überarbeitet wird, dauert es entsprechend, bis das ankommt. Vernachlässigung verstärkt sich selbst.

Bei jungen Domains ist das der praktisch wichtigste Punkt: Es hilft wenig, hundert Seiten gleichzeitig zu veröffentlichen. Sie werden entdeckt und über Wochen nur langsam abgeholt.

Was ein Crawler auf einer JavaScript-Seite sieht

Googles Crawler rendert JavaScript, aber verzögert und nicht bei jedem Besuch. Die Crawler der KI-Anbieter rendern gar nicht: Für sie ist eine Anwendung ohne serverseitige Auslieferung eine leere Seite mit einem Platzhalter.

Der Test dauert eine Minute: die Seite ohne JavaScript abrufen und nachsehen, ob der Text im Rohdokument steht. Was dort fehlt, existiert für einen erheblichen Teil der automatischen Leser nicht.

Der Punkt, den KI-Crawler verschärfen

Suchmaschinen führen JavaScript inzwischen weitgehend aus, wenn auch verzögert. Die Crawler der KI-Antwortsysteme tun das nicht. Eine Website, die ihre Inhalte erst im Browser zusammenbaut, ist für sie praktisch leer.

Deshalb ist serverseitiges Ausliefern kein technisches Detail, sondern entscheidet darüber, ob Ihre Inhalte in KI-Antworten überhaupt vorkommen können. Prüfen lässt sich das mit einem einzigen Abruf ohne JavaScript.

Häufige Fragen zu Crawling

Bei den meisten Websites gar nicht: Google nennt ein Crawling-Budget erst ab etwa 10.000 Seiten mit täglich wechselndem Inhalt oder ab rund einer Million Seiten mit wöchentlichen Änderungen als relevant, bezeichnet diese Schwellen aber selbst als groben Richtwert und nicht als feste Grenze. Darunter lohnt sich keine gezielte Steuerung. Das Budget besteht aus zwei Faktoren: der Kapazitätsgrenze, die der eigene Server über seine Antwortzeiten vorgibt, und der Nachfrage, die von Aktualität und Ansehen der Domain abhängt.

Beim Crawling behandelt Google die Codes 404 und 410 nahezu gleich: Beide gelten als Signal, dass der Inhalt nicht mehr existiert, bereits indexierte Adressen werden entfernt, und die Abrufhäufigkeit sinkt schrittweise. Ein 410 beschleunigt das laut Google nicht. Der Code 429 wird dagegen als Serverüberlastung gewertet: Das Crawling drosselt sich vorübergehend, die Seite bleibt zunächst im Index, und nach der Rückkehr zu einem 2xx-Status steigt die Abrufrate wieder schrittweise an.

Google nennt eine Obergrenze für Googlebot: im Schnitt nicht mehr als ein Abruf pro paar Sekunden auf demselben Server, mit kurzen Ausschlägen nach oben in Spitzenzeiten. Das beschreibt die Zugriffsrate innerhalb eines einzelnen Crawling-Durchlaufs, nicht das Intervall bis zum nächsten Besuch derselben Adresse. Diese zwei Größen werden in der Praxis häufig verwechselt, obwohl sie unterschiedliche Fragen beantworten: die eine betrifft die Serverlast während eines Abrufs, die andere die Aktualität einer einzelnen Seite im Index.

Zuerst die Antwortzeit des Servers prüfen, nicht den Text. Dieser Wert bedeutet nach Googles Hilfe, dass Google die Adresse kennt, den Besuch aber verschoben hat, weil er die Website überlastet hätte — die Ursache liegt damit in der Leistung, nicht in der Qualität des Inhalts. Wer daraufhin den Text überarbeitet, behandelt das falsche Problem. Der verwandte Wert „Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert“ hat die umgekehrte Lage: Dort war Google schon da, und Google hält eine späte Indexierung ausdrücklich offen.

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