SEO & Sichtbarkeit

Strukturierte Daten

Strukturierte Daten sind maschinenlesbare Zusatzangaben im Quelltext einer Seite — sie benennen, was ein Text bedeutet: dass eine Zahl ein Preis ist, ein Name ein Unternehmen, ein Datum ein Veranstaltungstermin.

Redaktionell geprüft von Alexander SeidlertwentyonepixelsStand:

Was sie bewirken

Sie ermöglichen erweiterte Suchtreffer — Bewertungssterne, Öffnungszeiten, Fragenblöcke — und sie machen Inhalte für KI-Systeme eindeutig, die einen Text sonst interpretieren müssten.

Ein Ranking-Vorteil ist damit nicht verbunden. Der Gewinn liegt in der Darstellung und in der Zitierfähigkeit, und beides wirkt sich auf die Klickrate aus.

Welche Darstellungen es nicht mehr gibt

Zwei prominente sind abgeschafft. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung (HowTo) hat Google im September 2023 aus den Ergebnissen entfernt; die Fragenblöcke (FAQ) waren seit August 2023 auf behördliche und medizinische Seiten beschränkt und sind am 7. Mai 2026 vollständig weggefallen.

Die Auszeichnung bleibt trotzdem gültig und wird weiter gelesen — sie erzeugt nur kein besonderes Aussehen mehr. Wer strukturierte Daten mit erweiterten Treffern begründet, begründet also mit etwas, das für diese beiden Typen nicht mehr existiert. Entfernen muss man vorhandenes Markup deswegen nicht.

Die Regel, die am häufigsten gebrochen wird

Nur auszeichnen, was auf der Seite auch sichtbar steht. Bewertungen im Quelltext, die im Text nirgends auftauchen, sind ein Verstoß gegen die Richtlinien und können zum Verlust aller erweiterten Treffer führen.

Das klingt selbstverständlich und passiert trotzdem regelmäßig — meist, weil eine Erweiterung Auszeichnungen mitbringt, die zum tatsächlichen Seiteninhalt nicht passen.

Häufige Fragen zu Strukturierte Daten

Google führt in seiner Übersicht der erweiterten Suchtreffer 25 Typen auf, Stand Juni 2026; das Schema.org-Vokabular umfasst in Version 30.0 vom März 2026 dagegen 823 Typen. Rund drei Prozent des Vokabulars erzeugen also überhaupt eine besondere Darstellung. Die übrigen Typen bleiben gültig und werden gelesen – ihr Nutzen liegt im Verständnis der Seite, nicht im Aussehen des Treffers. Vor dem Auszeichnen eines Typs lohnt der Blick in diese Übersicht: Sie sagt, welche Wirkung überhaupt zu erwarten ist.

Google nennt für die Bearbeitung eines Antrags auf erneute Überprüfung mehrere Tage bis Wochen und bindet sich an keine Frist. Vorher müssen alle betroffenen Seiten korrigiert und die Korrekturen im Antrag beschrieben sein. Erschwerend kommt hinzu: Eine solche Maßnahme kostet nach Googles Richtlinien die Eignung für erweiterte Treffer, nicht die Platzierung in der Websuche. Sie fällt deshalb selten sofort auf, sondern erst über eine sinkende Klickrate oder im Bericht zu manuellen Maßnahmen.

Wer die Bewertungen über sich selbst verwaltet, bekommt dafür keine Sterne: Google schließt Seiten mit Markup für ein lokales Geschäft oder eine Organisation ausdrücklich von der Sterne-Darstellung aus, wenn das bewertete Unternehmen die Bewertungen kontrolliert. Das gilt auch für eingebettete Fremd-Widgets, die ihr Markup mitbringen. Technisch verlangt eine Bewertung Angaben zu Autor, Bewertungswert und bewertetem Gegenstand; der Autorenname darf höchstens 100 Zeichen lang sein. Bewertungen sichtbar zeigen und zur Quelle verlinken bleibt zulässig.

JSON-LD steht als eigener Block im Quelltext und beschreibt die Seite getrennt vom sichtbaren HTML; Microdata verteilt dieselben Angaben als Attribute über die Textauszeichnung selbst. Google behandelt beide Formate und RDFa als gleichwertig und empfiehlt JSON-LD allein deshalb, weil es leichter zu pflegen ist. Für neue Auszeichnungen ist JSON-LD damit die naheliegende Wahl. Vorhandenes Microdata umzubauen bringt dagegen nichts: An der Eignung für erweiterte Treffer ändert die Formatwahl nichts.

Bei Google ja – es liest strukturierte Daten aus dem Dokumentbaum, nachdem es die Seite gerendert hat. Google warnt in derselben Anleitung aber davor, Produktdaten so zu erzeugen: Solche Seiten werden für die Shopping-Auswertung seltener und weniger zuverlässig abgerufen, weshalb schnell wechselnde Angaben wie die Verfügbarkeit in das vom Server gelieferte HTML gehören. Und das Rendern ist Googles eigene Leistung: Wer die Seite ohne JavaScript abruft, findet an dieser Stelle nichts.

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