SEO & Sichtbarkeit

robots.txt

Die robots.txt ist eine kleine Textdatei im Wurzelverzeichnis einer Website, die Suchmaschinen mitteilt, welche Bereiche sie nicht abrufen sollen. Sie ist eine Bitte, keine Sperre.

Redaktionell geprüft von Alexander SeidlertwentyonepixelsStand:

Das folgenreichste Missverständnis

Dass eine gesperrte Seite nicht in der Suche erscheint. Das Gegenteil kann eintreten: Google darf sie nicht LESEN, kann sie aber trotzdem listen — dann steht sie ohne Beschreibung im Index.

Wer eine Seite wirklich heraushalten will, braucht die Anweisung „noindex" auf der Seite selbst. Und dafür muss Google sie lesen dürfen — die Sperre in der robots.txt verhindert genau das.

Was nicht hineingehört

Pfade, die geheim bleiben sollen. Die Datei ist öffentlich abrufbar, und ein gesperrter Verwaltungsbereich steht dort als Wegweiser für jeden, der ihn sucht. Schutz leistet ausschließlich eine Zugangsprüfung auf dem Server.

Ebenfalls unnötig: seitenweise Sperrlisten für Dateien, die ohnehin niemand verlinkt. Eine kurze, verständliche Datei wird gepflegt; eine mit achtzig Zeilen wird bei der nächsten Änderung nicht mehr angefasst. Es gibt dafür sogar eine harte Grenze: Google wertet die Datei laut seiner Dokumentation nur bis 500 KB aus, alles darüber wird verworfen.

Wozu sie tatsächlich gut ist

Um Aufrufe zu sparen, wo sie nichts bringen: interne Suchergebnisse, endlose Filterkombinationen, Druckansichten. Das entlastet den Server und lenkt die Abrufe auf die Seiten, die zählen.

Und um den Verweis auf die Sitemap unterzubringen, damit Suchmaschinen den vollständigen Seitenbestand ohne Umweg finden.

Häufige Fragen zu robots.txt

Google speichert die robots.txt laut eigener Spezifikation bis zu 24 Stunden zwischen und länger, wenn ein neuer Abruf nicht möglich ist. Eine Korrektur wirkt deshalb nicht sofort: Bis zu einen Tag lang rechnet Google weiter mit der alten Fassung. Beschleunigen lässt sich das über den Kopfzeilenwert Cache-Control mit einer kurzen Gültigkeitsdauer. Wer eine versehentliche Sperre aufhebt und zehn Minuten später den Abruf prüft, prüft zu früh – maßgeblich ist der Stand am Folgetag.

Google stellt das Crawling der gesamten Website in den ersten zwölf Stunden ein und versucht weiter, die Datei zu lesen. Danach gilt bis zu 30 Tage die letzte erfolgreich gelesene Fassung; erst nach diesen 30 Tagen verhält sich Google so, als gäbe es keine robots.txt. Ein Statuscode 404 wirkt genau umgekehrt: Eine fehlende Datei gilt als keine Einschränkung. Die gefährlichere Fehlkonfiguration ist damit der Serverfehler, nicht die fehlende Datei.

Der längere Pfad gewinnt. Google wertet bei konkurrierenden Zeilen die spezifischere Regel aus, gemessen an der Länge des angegebenen Pfades; bei gleicher Länge setzt sich die weniger einschränkende durch, also Allow vor Disallow. Davor greift eine zweite Vorrangregel: Für einen Crawler ist genau eine User-agent-Gruppe gültig, nämlich die mit der genauesten Übereinstimmung. Eine Zeile unter dem Sternchen wirkt für Googlebot nicht mehr, sobald eine eigene Googlebot-Gruppe existiert – auch nicht ergänzend.

Je Host eine. Die Regeln einer robots.txt gelten nach Googles Spezifikation nur für den Host, das Protokoll und die Portnummer, unter denen die Datei selbst liegt. Eine Datei unter der Hauptdomain deckt eine Shop-Subdomain also nicht ab, ebenso wenig dieselbe Adresse unter einem anderen Port. Wer Subdomains für Shop-, Test- oder Hilfesysteme betreibt, legt dort je eine eigene Datei an – fehlt sie, gilt für diese Subdomain keine einzige Einschränkung.

Nein. OpenAI dokumentiert getrennte Kennungen: GPTBot holt Trainingsdaten, OAI-SearchBot beliefert die Suche in ChatGPT. Eine Sperre für GPTBot lässt die Suchkennung unberührt; wer beides ausschließen will, braucht zwei Gruppen. Dazu kommt eine Grenze der Datei: Für Abrufe, die ein Nutzer selbst auslöst, gilt sie nicht verlässlich. OpenAI schreibt zu seiner Nutzerkennung, robots.txt-Regeln könnten nicht greifen; Perplexity schreibt zu seiner, der Abrufer übergehe robots.txt in der Regel.

Mehr zum Thema

9 Min. Lesezeit

Google-Unternehmensprofil gesperrt: Ursachen und Einspruch

Ein gesperrtes Google-Unternehmensprofil verschwindet aus Suche und Maps, und niemand im Betrieb kann es mehr bearbeiten. Woran die Sperre meist liegt, wie der Einspruch mit Nachweisen und Video funktioniert und welche Fehler die Wiederherstellung verbauen.

9 Min. Lesezeit

INP verbessern: Interaction to Next Paint unter 200 ms

Die Search Console meldet einen schlechten INP-Wert, Lighthouse ist aber grün? Wie Sie die Ursache einer trägen Interaktion finden, welche Skripte typischerweise dahinterstecken und was den Wert zuverlässig unter 200 Millisekunden bringt.

Alle Fachbeiträge ansehen

Passende Leistungen

SEO & Content-Strategie

Technische SEO-Audits, Core Web Vitals und eine Content-Strategie für bessere Rankings und Sichtbarkeit in der KI-Suche.

Mehr dazu

Hosting & Deployment

Ihre Web-App zuverlässig ausrollen und betreiben: automatische Deployments über GitHub Actions, gehostet auf Hetzner in der EU.

Mehr dazu