LLM (Sprachmodell)
Ein LLM ist ein großes Sprachmodell – ein KI-System, das aus sehr großen Textmengen gelernt hat, welches Wort wahrscheinlich als nächstes folgt. Daraus entsteht die Fähigkeit, Texte zu verstehen, zusammenzufassen und zu formulieren.
Was ein Sprachmodell tut – und was nicht
Ein Sprachmodell sagt Wortfolgen vorher. Das klingt banal, führt aber bei ausreichender Größe zu erstaunlichen Fähigkeiten: Zusammenfassen, Übersetzen, Umformulieren, Fragen beantworten. Was es nicht tut, ist nachschlagen. Es „weiß" nichts im eigentlichen Sinn, sondern erzeugt die wahrscheinlichste Fortsetzung.
Daraus folgt die wichtigste praktische Eigenschaft: Ein Sprachmodell kann falsche Angaben in völlig überzeugender Form erzeugen. Es lügt nicht – es hat schlicht keinen Begriff von wahr und falsch. Wer das versteht, setzt die Technik richtig ein; wer es übersieht, veröffentlicht irgendwann eine erfundene Zahl.
Wonach Sie ein Modell auswählen
Nach vier Punkten, in dieser Reihenfolge: Wo werden die Eingaben verarbeitet, was kostet eine Anfrage, wie gut ist es in Ihrer Sprache und Fachdomäne, und wie stabil ist die Verfügbarkeit. Ranglisten aus dem Netz beantworten davon höchstens den dritten.
Der belastbare Vergleich läuft über die eigenen Fälle: dreißig echte Anfragen durch zwei Modelle schicken und die Antworten nebeneinanderlegen. Das dauert einen Nachmittag und schlägt jeden Vergleichstest.
Warum die Wissensgrenze in der Praxis wenig stört
Weil aktuelles Wissen ohnehin nicht aus dem Modell kommen sollte. Was heute gilt, steht in Ihren Unterlagen oder auf einer Website — beides wird zur Anfrage dazugegeben. Das Modell liefert die Sprache, nicht die Fakten.
Störend wird die Grenze nur dort, wo jemand das Modell wie ein Nachschlagewerk benutzt. Genau dieser Gebrauch ist der Ausgangspunkt der meisten erfundenen Angaben.
Die Folge für den betrieblichen Einsatz
Überall dort, wo Richtigkeit zählt, braucht ein Sprachmodell eine Quelle. Die übliche Bauweise nennt sich RAG: Das Modell darf nur aus bereitgestellten Dokumenten antworten und gibt an, woher die Aussage stammt. Damit sinkt die Zahl erfundener Antworten erheblich, und Falschangaben lassen sich nachprüfen.
Zweiter Punkt: Datenschutz. Was Sie in ein öffentliches Modell eingeben, verlässt Ihr Haus. Für sensible Inhalte kommen entweder Anbieter mit Auftragsverarbeitungsvertrag in Betracht oder ein Modell, das in Ihrer eigenen Umgebung läuft.
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