SEO & Sichtbarkeit

Keyword-Recherche

Die Keyword-Recherche ermittelt, mit welchen Wörtern Menschen tatsächlich suchen — und wie oft. Sie ersetzt die Vermutung darüber, wie Kunden das eigene Angebot nennen, durch gemessene Zahlen.

Redaktionell geprüft von Alexander SeidlertwentyonepixelsStand:

Warum die eigene Sprache nicht reicht

Weil Fachleute anders suchen als Kunden. Ein Betrieb bietet „Fassadensanierung nach WDVS-Standard" an; gesucht wird nach „Fassade dämmen Kosten". Wer nur die eigene Bezeichnung verwendet, ist für die häufigere Anfrage unsichtbar.

Diese Lücke ist der häufigste Einzelbefund bei einer Bestandsaufnahme — und meist ohne Umbau zu schließen, allein durch andere Überschriften und Zwischenüberschriften.

Warum Werkzeuge dieselbe Anfrage verschieden bewerten

Weil keines von ihnen Zugriff auf die echten Zahlen hat. Alle rechnen aus Stichproben hoch, und die Stichproben unterscheiden sich. Abweichungen um den Faktor zwei zwischen zwei Anbietern sind normal und kein Fehler.

Brauchbar sind die Werte deshalb im Vergleich, nicht als Absolutwert: Begriff A wird häufiger gesucht als Begriff B — diese Aussage tragen die Daten. „1.300 Suchen im Monat" trägt keine Entscheidung.

Was neben dem Volumen zählt

Die Absicht dahinter und der Wettbewerb. „Was kostet eine Website" und „Webagentur beauftragen" haben verschiedene Absichten und brauchen verschiedene Seiten — die eine erklärt, die andere verkauft.

Und: Ein Begriff mit 300 Suchen und passender Absicht ist wertvoller als einer mit 10.000, bei dem alle Treffer der ersten Seite große Portale sind. Erreichbarkeit schlägt Größe.

Häufige Fragen zu Keyword-Recherche

Ohne laufendes Anzeigenbudget gibt der Google Keyword Planner keine Zahl aus, sondern eine Spanne – 10 bis 100, 100 bis 1.000 oder 1.000 bis 10.000 Suchen im Monat. Ein Werkzeug-Ratgeber vom 24.10.2022 zeigt denselben Begriff einmal als Spanne ohne Anzeigenkonto und als 5.400 mit aktivem Konto; eine offizielle Schwelle für den Wechsel nennt Google nicht. Daraus folgt: Ohne Anzeigen sortiert man Begriffe in Größenklassen und rechnet mit keinem Einzelwert weiter.

Google fasst ähnliche Schreibweisen zu einer Gruppe zusammen und weist ihr eine gemeinsame Summe zu – Einzahl, Mehrzahl und verbreitete Tippfehler stehen dann hinter einem einzigen Wert, ohne dass sichtbar wird, welche Varianten dazugehören. Die Hilfeseite eines Werkzeugherstellers vom 23.04.2021 belegt das an einem Fall, in dem eine einzelne Falschschreibweise 673.000 Suchen im Monat trägt. Regel für die Arbeit: Varianten einzeln gegen die Search Console prüfen, bevor eine davon eine eigene Seite erhält.

Nein – kein einzelnes Werkzeug findet alle Begriffe. Ein Vergleich von 51 Domains, erhoben im Mai 2022 und in einem Fachmedium veröffentlicht, fand weniger als ein Prozent der Begriffe in allen vier untersuchten Quellen; der abdeckungsstärksten fehlten noch 32 Prozent der Begriffe, die die übrigen kannten. Die Stichprobe stammt aus einer einzigen Branche und ist nicht allgemeingültig. Die Reihenfolge daraus: zuerst die Search Console der eigenen Website auslesen, dann mit Werkzeugen ergänzen.

Zwei deutschsprachige Ratgeber empfehlen eine vierteljährliche Durchsicht und eine jährliche Überarbeitung der Begriffsliste – beides Selbstauskünfte ohne offengelegtes Messverfahren. Der belastbare Anlass steht daneben: Google gibt an, etwa 15 Prozent der täglichen Suchanfragen zum ersten Mal zu sehen, neue Formulierungen entstehen also laufend. Entscheidungsregel: vierteljährlich durchsehen, zusätzlich sofort bei jeder neuen Leistung und bei jeder Umbenennung im Sortiment.

Nein, das Suchvolumen sagt nichts über die Besucherzahl. Es zählt Suchanfragen, nicht Klicks – ein Teil der Anfragen endet auf der Ergebnisseite selbst, bei einer Antwortbox, einer Karte oder einem KI-Überblick. Ein Ratgeber nennt für Position eins eine Klickrate von 10 bis 50 Prozent und für die Positionen fünf bis zehn 0,5 bis 5 Prozent, ohne sein Messverfahren offenzulegen. Der Rechenweg zeigt die Größenordnung: Aus 1.000 Suchen werden bei 20 Prozent Klickrate 200 Besucher, nicht 1.000.

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