Daten & Sicherheit

Business Intelligence

Business Intelligence bezeichnet Verfahren, mit denen Unternehmensdaten so aufbereitet werden, dass sie Entscheidungen stützen: sammeln, zusammenführen, auswerten, darstellen. Der Zweck ist nicht mehr Daten, sondern weniger Bauchgefühl.

Redaktionell geprüft von Alexander SeidlertwentyonepixelsStand:

Was den Unterschied zur Tabelle macht

Eine Auswertung in der Tabellenkalkulation beantwortet eine Frage einmal. Business Intelligence beantwortet sie jeden Tag neu, ohne dass jemand Daten zusammenkopiert — und für alle mit derselben Definition.

Genau daran scheitert es meistens: Wenn „Umsatz" in drei Abteilungen drei Bedeutungen hat, liefert das beste Werkzeug drei Wahrheiten. Die Definitionsarbeit ist der eigentliche Aufwand, nicht die Technik.

Womit ein Mittelständler anfängt

Mit drei Fragen, die heute niemand beantworten kann, obwohl die Daten vorhanden sind. Nicht mit einem Werkzeug. Wer zuerst die Software auswählt, baut Auswertungen, die schön aussehen und keine Entscheidung stützen.

Die häufigste dieser drei Fragen lautet, welche Kunden oder Produkte tatsächlich Deckungsbeitrag bringen. Sie ist mit vorhandenen Daten beantwortbar und verändert regelmäßig etwas.

Warum die Datenpflege der eigentliche Aufwand ist

Weil Auswertungen erbarmungslos zeigen, was in den Stammdaten schiefliegt: doppelte Kunden, uneinheitliche Bezeichnungen, fehlende Zuordnungen. Der erste Bericht ist deshalb selten der erhellende — er ist der, der die Datenqualität offenlegt.

Rechnen Sie damit, dass der größere Teil des Aufwands dorthin geht. Das ist keine Fehlplanung, sondern der Normalfall, und die Aufräumarbeit zahlt sich unabhängig vom Berichtswesen aus.

Wo man sinnvoll anfängt

Mit einer Frage, deren Antwort heute Handarbeit kostet und regelmäßig gebraucht wird. Nicht mit einem Datenlager für alles — das dauert Monate und beantwortet am Ende die Frage nicht, die jemand tatsächlich hatte.

Voraussetzung ist Datenqualität. Auswertungen über unvollständige oder uneinheitlich erfasste Daten sind schlimmer als keine, weil sie Sicherheit vortäuschen.

Rechtsgrundlagen

Häufige Fragen zu Business Intelligence

Sobald eine Business-Intelligence-Auswertung steuerlich relevante Daten verarbeitet, gilt § 147 AO auch für sie. Absatz 2 Nummer 2 verlangt ausdrücklich maschinelle Auswertbarkeit, nicht bloß Lesbarkeit – ein PDF-Ausdruck des Berichts genügt also nicht. Nach Absatz 6 darf die Finanzbehörde bei einer Außenprüfung in die gespeicherten Daten sehen, das System selbst nutzen und eine Ausleitung in einem maschinell auswertbaren Format verlangen; den Aufwand dafür trägt der Steuerpflichtige. Verdichtete Kennzahlen ersetzen die Einzelbelege nicht.

Nein. Business Intelligence berichtet, was geschehen ist, und macht Verläufe vergleichbar; eine Vorhersage braucht Annahmen über die Zukunft, die in keinem Datensatz stehen. Eine über zwölf Monate fortgeschriebene Trendlinie ist Arithmetik, kein Prognosewert – sie bricht bei jedem Sondereffekt. Die Abgrenzung ist nicht genormt: Manche Hersteller ordnen die vorausschauende Auswertung einem eigenen Begriff zu, andere halten diesen für ein Schlagwort.

Sie liefert weiter Zahlen – nur falsche. Wird im Warenwirtschaftssystem ein Feld umbenannt, ein Statuswert ergänzt oder eine Einheit gewechselt, bricht die Verbindung selten sichtbar ab; häufiger fällt eine Position stillschweigend aus der Summe. Deshalb ist jede Änderung an einem Quellsystem wie eine Änderung am Berichtswesen zu behandeln: vorher ankündigen, danach eine Kennzahl gegen das Quellsystem nachrechnen. Ohne diesen Abgleich fällt eine falsche Zahl erst dem auf, der ihr widerspricht.

Lesende, auf genau die benötigten Tabellen begrenzt, unter einem eigenen technischen Konto. Läuft die Auswertung über den Zugang eines Mitarbeiters, wandert sein Berechtigungsumfang in die Zahlen: Wird er versetzt oder scheidet aus, ändert sich das Ergebnis, ohne dass jemand etwas am Bericht geändert hat. Schreibrechte sind hier nie nötig – eine Auswertung, die auf dem Quellsystem schreiben darf, kann Stammdaten verändern, deren Fehler sie gerade sichtbar machen soll.

Mehr als beabsichtigt, sobald die Gruppe klein ist. Eine Umsatzsumme über drei Kunden verrät jedem, der seine eigene Zahl kennt, die Summe der beiden anderen; bei zwei Kunden nennt sie die Zahl des anderen exakt. Aggregieren schützt also erst oberhalb einer Mindestbesetzung. Praktische Regel: eine Kennzahl nur ab einer Gruppengröße ausweisen, bei der die Kenntnis des eigenen Werts keinen Rückschluss auf einen Einzelnen erlaubt – sonst gröber schneiden oder den Wert unterdrücken.

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