Daten & Sicherheit

Data Warehouse

Ein Data Warehouse ist eine Datenbank, die Daten aus mehreren Systemen zusammenführt und für Auswertungen aufbereitet. Es ersetzt nicht die Betriebssysteme, sondern liegt daneben — optimiert fürs Lesen statt fürs Schreiben.

Redaktionell geprüft von Alexander SeidlertwentyonepixelsStand:

Warum eine zweite Datenbank

Weil Betriebssysteme darauf ausgelegt sind, einzelne Vorgänge schnell zu verarbeiten, nicht Millionen Zeilen zu durchsuchen. Eine große Auswertung direkt auf dem Produktivsystem bremst genau das aus, womit gearbeitet wird.

Der zweite Grund ist die Zeit: Ein Betriebssystem kennt den Ist-Zustand. Für Auswertungen braucht man den Verlauf — was war der Preis im März, wie viele Kunden gab es letztes Jahr.

Ab wann sich ein eigener Datenbestand lohnt

Wenn Auswertungen regelmäßig mehrere Quellen zusammenführen müssen und die Abfragen die Produktivsysteme ausbremsen. Beides zusammen ist der Anlass — eines allein löst sich meist einfacher.

Für viele Mittelständler ist die Zwischenstufe ausreichend: eine nächtliche Kopie der wichtigsten Tabellen in eine getrennte Datenbank. Das kostet einen Tag Einrichtung und deckt den größten Teil des Bedarfs.

Was die Historisierung so wertvoll macht

Dass Vergangenheit erhalten bleibt. Produktivsysteme überschreiben: Ändert ein Kunde seine Adresse, ist die alte weg. Für die Auswertung „wie hat sich unser Umsatz nach Region entwickelt" ist genau diese alte Angabe nötig.

Deshalb ist die Frage, welche Änderungen historisiert werden, keine technische Feinheit, sondern die zentrale Entwurfsentscheidung. Sie lässt sich später nur mit dem Verlust der bereits verlorenen Vergangenheit nachholen.

Wann es zu früh dafür ist

Wenn die Fragen noch nicht feststehen. Ein Datenlager „für später" ist ein Projekt ohne Abnahmekriterium und wird entsprechend selten fertig.

Für die meisten mittelständischen Betriebe reicht lange eine saubere Auswertung direkt auf den vorhandenen Systemen. Der Schritt lohnt, wenn mehrere Quellen zusammengeführt werden müssen und die Fragen wiederkehren.

Rechtsgrundlagen

Häufige Fragen zu Data Warehouse

Die Löschung erstreckt sich auch auf das Data Warehouse – die dortige Kopie ist ein eigener Datenbestand und gehört in das Löschkonzept. Artikel 12 Absatz 3 DSGVO setzt dafür eine Frist von einem Monat nach Eingang des Antrags, verlängerbar um zwei weitere Monate. Die Ausnahme für statistische Zwecke in Artikel 17 Absatz 3 greift nur, soweit die Löschung das Auswertungsziel erheblich beeinträchtigt. Praktisch bleibt die verdichtete Kennzahl, die personenbezogene Zeile geht.

Die belastbarste Zahl aus dem deutschsprachigen Raum ist alt: 15 Prozent der untersuchten Vorhaben wurden nie produktiv, die betriebswirtschaftlichen Anforderungen waren im Schnitt nur zu 70 Prozent erfüllt – eine Untersuchung über knapp 100 Unternehmen, berichtet im November 1999. Eine Marktforschungsprognose von 2005 sagte voraus, rund die Hälfte der Vorhaben werde scheitern oder an mangelnder Datenqualität hängen. Eine neuere Messung für den Mittelstand ist nicht belegt.

An einem Bericht, der plausibel aussieht und trotzdem den Stand von vorgestern zeigt. Fällt der nächtliche Ladelauf aus, bleiben die Tabellen gefüllt und niemand bemerkt den Stillstand – anders als bei einer Auswertung direkt auf dem Betriebssystem, die bei einem Ausfall sofort leer bleibt. Die Gegenmaßnahme ist ein Ladeprotokoll je Tabelle mit Zeitstempel und ein Alarm, sobald der letzte erfolgreiche Lauf älter ist als das vereinbarte Ladeintervall. Ohne diesen Alarm ist die Aktualität der Zahlen eine Annahme.

Die Fachabteilungen, nicht die Technik. Ein Data Warehouse muss sich beim Laden auf eine Lesart festlegen: Zählt der Umsatz mit oder ohne Storno, ab Auftrag oder ab Rechnung. Solange Vertrieb und Buchhaltung unterschiedlich rechnen, verschiebt eine technische Festlegung den Streit nur in den Ladeprozess. Das leistet ein Data Warehouse nicht: Es vereinheitlicht Formate, nicht Begriffe. Die Einigung gehört vor die erste Zeile Code – schriftlich, mit einer benannten verantwortlichen Person.

Der Zeitpunkt, an dem die Struktur festgelegt wird. Ein Data Warehouse bringt die Daten beim Laden in ein festes Schema; ein Data Lake nimmt sie roh auf und deutet sie erst beim Lesen. Daraus folgt die Regel: wiederkehrende Berichte über bekannte Fragen gehören in das Warehouse, unstrukturierte Bestände und offene Auswertungen in den Lake. Ohne Katalog und benannte Zuständigkeit wird aus einem Lake eine Ablage, die keiner mehr auswertet.

Passende Leistungen

Datenbank-Design & Optimierung

Durchdachtes Schema-Design, gezielte Indexierung und Performance-Tuning für PostgreSQL, MariaDB, MongoDB und Redis — für Datenbanken, die mitwachsen.

Mehr dazu

Predictive Analytics & KI-Prognosen

Absatz, Nachfrage und Trends vorhersagen statt im Nachhinein reagieren — mit datenbasierten KI-Prognosen und Dashboards.

Mehr dazu