KI & Automatisierung

Vibe Coding

Vibe Coding bezeichnet das Entwickeln von Software, bei dem man einer KI in Alltagssprache beschreibt, was entstehen soll, und den erzeugten Code weitgehend ungeprüft übernimmt. Der Begriff stammt von Andrej Karpathy und war ursprünglich halb ironisch gemeint.

Woher der Begriff kommt

Andrej Karpathy, ein bekannter KI-Forscher, beschrieb Anfang 2025 eine Arbeitsweise, bei der er sich „ganz dem Vibe hingibt" – der KI sagt, was er will, das Ergebnis übernimmt und Fehler einfach zurückmeldet, statt den Code zu lesen. Für Wegwerf-Projekte an einem Wochenende funktioniert das erstaunlich gut.

Der Begriff hat sich verselbstständigt und wird heute oft für jede KI-gestützte Entwicklung verwendet. Das verwischt einen wichtigen Unterschied: KI als Werkzeug zu nutzen und den Code zu prüfen ist etwas anderes, als Code zu übernehmen, den niemand gelesen hat.

Wo die Grenze verläuft

Für einen Prototyp, ein internes Hilfsmittel oder einen Test ist die Arbeitsweise legitim und spart viel Zeit. Kritisch wird es, sobald echte Kundendaten, Zahlungen oder rechtliche Pflichten im Spiel sind.

Der Grund ist nicht, dass KI schlechten Code schreibt – der ist oft ordentlich. Das Problem ist, dass niemand die Fehler kennt, die drin sind: eine Rechteprüfung, die an einer Stelle fehlt, ein Formular ohne Absicherung gegen Einschleusung, eine Datenbankabfrage, die bei tausend Datensätzen zusammenbricht. Solche Fehler fallen nicht beim Ausprobieren auf, sondern im Betrieb – und dann sind sie teuer.

Unsere Haltung dazu: KI beschleunigt die Arbeit erheblich, ersetzt aber nicht die Prüfung. Was in ein Produktivsystem geht, wird gelesen, getestet und verantwortet – von einem Menschen mit Namen.

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