Technik & Betrieb

DevOps

DevOps bezeichnet eine Arbeitsweise, bei der Entwicklung und Betrieb einer Software nicht getrennt sind, sondern von denselben Leuten mit denselben Werkzeugen verantwortet werden. Ziel sind häufigere, kleinere und dadurch risikoärmere Veröffentlichungen.

Redaktionell geprüft von Alexander SeidlertwentyonepixelsStand:

Das Problem, das dahintersteckt

Klassisch entwickelte ein Team die Software und ein anderes betrieb sie. Das führte zu einem bekannten Muster: Was auf dem Entwicklungsrechner lief, versagte im Betrieb, und niemand fühlte sich zuständig. Je seltener veröffentlicht wurde, desto größer wurden die Pakete und desto riskanter jede Veröffentlichung.

Die Umkehrung ist der Kern: Wer entwickelt, verantwortet auch den Betrieb. Das ändert Entscheidungen – man baut anders, wenn man nachts selbst gerufen wird.

Warum Werkzeuge allein nichts ändern

Weil das Trennende die Zuständigkeit ist, nicht die Software. Ein Team mit Pipeline und Container, in dem der Betrieb weiterhin bei einer anderen Abteilung liegt, hat neue Werkzeuge und dieselbe Übergabe — und damit dieselben Wartezeiten.

Der brauchbare erste Schritt ist deshalb organisatorisch: Wer wird bei einer Störung angerufen? Solange die Antwort „die andere Abteilung" lautet, ändert kein Werkzeug etwas.

Was davon für ein mittelständisches Projekt zählt

Nicht die Werkzeugsammlung, sondern drei Gewohnheiten: Jede Änderung wird automatisch getestet, bevor sie live geht. Die Veröffentlichung erfolgt per Skript und nicht von Hand. Und es gibt einen geprüften Weg zurück, falls etwas schiefgeht.

Diese drei Punkte sind auch für kleine Projekte umsetzbar und verhindern die überwiegende Mehrheit der Ausfälle, die wir in bestehenden Projekten vorfinden.

Rechtsgrundlagen

Häufige Fragen zu DevOps

Die Erhebung „State of DevOps“ des Forschungsprogramms DORA ordnet Teams nach Veröffentlichungshäufigkeit: Spitzenteams liefern auf Abruf mehrmals am Tag aus, die starke Gruppe täglich bis wöchentlich, die schwächste im Abstand von Wochen bis Monaten. Diese Häufigkeit ist ein Ergebnis, kein Ziel – sie steigt, sobald ein kleines Paket ohne Handarbeit live gehen kann. Wer nur häufiger veröffentlicht, ohne den Weg dahin zu automatisieren, verschiebt dieselbe Arbeit auf mehr Termine.

DevSecOps zieht die Sicherheitsprüfung in denselben automatisierten Lauf, der ohnehin testet und ausliefert: Abhängigkeiten gegen gemeldete Schwachstellen prüfen, Zugangsdaten im Quellcode suchen, Rechte der Zielumgebung kontrollieren. DevOps trifft darüber keine Aussage. Ein solcher Lauf kann monatelang ohne Abbruch durchgehen und dabei eine Bibliothek mit bekannter Schwachstelle mitschleppen, weil niemand diesen Schritt eingebaut hat. Das zweite Kürzel benennt deshalb keine andere Arbeitsweise, sondern die fehlende Prüfung.

Aussagekräftig ist die Fehlerquote der Auslieferungen – der Anteil, der eine Nachbesserung oder einen Rückbau erzwingt. Sekundärdarstellungen des DORA-Programms nennen für Spitzenteams übereinstimmend rund fünf Prozent; für die schwächeren Gruppen gehen sie weit auseinander, von 40 bis 64 Prozent, und im Primärbericht sind diese Werte nicht öffentlich nachlesbar. Gerechnet wird ohne Werkzeug: zwei misslungene von zwanzig Auslieferungen sind zehn Prozent. Wächst dieser Wert mit der Zahl der Auslieferungen, sind die Pakete zu groß oder die Tests zu dünn – nicht das Tempo zu hoch.

Drei sind die praktische Untergrenze, und diese Zahl folgt aus dem Arbeitszeitgesetz statt aus dem Werkzeug. § 5 Absatz 1 ArbZG verlangt eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden; die Ausnahme, nach der ein Rufbereitschaftseinsatz sie nur kürzt, gilt nach Absatz 3 ausdrücklich für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, nicht für Softwareteams. Weil die Ruhezeit ununterbrochen sein muss, verschiebt ein Einsatz um drei Uhr den Arbeitsbeginn auf 14 Uhr.

DevOps lohnt sich nicht, wenn eine Website nach dem Livegang faktisch unverändert bleibt. Die Arbeitsweise ordnet den Fluss von Änderungen; wo im Jahr zwei Textkorrekturen anfallen, gibt es keinen Fluss zu ordnen, und die Automatisierung wird selbst zum Wartungsposten: Laufzeitumgebung, Abhängigkeiten und Zugangsschlüssel veralten, ob etwas läuft oder nicht. Nötig bleiben dann die Aktualisierungen des Unterbaus – dafür genügt ein fester Termin im Kalender.

Drei Angaben entscheiden, und alle drei stehen in der Oberfläche der Auslieferungskette: Wann lief die Auslieferung zuletzt durch, wann wurde eine Wiederherstellung zuletzt geprobt, und wer besitzt die Zugangsschlüssel. Ein grüner Haken belegt nur, dass der Lauf ohne Abbruch endete – nicht, dass ein Test etwas geprüft hat. Wir finden bei Übernahmen regelmäßig Sicherungen, die seit Monaten leer liefen, und abgeschaltete Testschritte, mit denen eine Veröffentlichung durchgedrückt wurde.

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