Technik & Betrieb

Server

Ein Server ist ein Computer, der dauerhaft läuft und Daten auf Anfrage an andere Geräte ausliefert. Beim Aufruf einer Website fordert Ihr Browser die Seite bei einem Server an, der sie zurückschickt.

Redaktionell geprüft von Alexander SeidlertwentyonepixelsStand:

Was ein Server tatsächlich tut

Technisch ist ein Server nichts anderes als ein Computer – meist ohne Bildschirm und Tastatur, dafür in einem Rechenzentrum, an unterbrechungsfreier Stromversorgung und mit schneller Netzanbindung. Der Unterschied zu Ihrem Arbeitsrechner liegt nicht in der Bauart, sondern in der Aufgabe: Er wartet auf Anfragen und beantwortet sie.

Wenn jemand Ihre Website aufruft, schickt sein Browser eine Anfrage an den Server, der die Adresse verwaltet. Der Server sucht die passenden Inhalte zusammen – oft aus einer Datenbank – und schickt eine fertige Seite zurück. Das dauert im Idealfall wenige hundert Millisekunden. Ist der Server überlastet oder weit entfernt, dauert es länger, und genau das merken Besucher.

Warum der Standort des Servers eine Rolle spielt

Zwei Gründe. Der erste ist physikalisch: Daten brauchen Zeit für den Weg. Ein Server in Deutschland antwortet einem deutschen Besucher schneller als einer in Kalifornien – nicht dramatisch, aber messbar.

Der zweite ist rechtlich und wiegt schwerer. Sobald personenbezogene Daten auf einem Server außerhalb der EU liegen, greifen zusätzliche Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung. Bei einem Server in Deutschland mit einem Auftragsverarbeitungsvertrag entfällt dieser Aufwand. Deshalb ist die Frage „Wo steht der Server?" bei jedem Website-Projekt eine der ersten, die geklärt gehört.

Welche Größe für eine Firmenwebsite reicht

Deutlich weniger als meist angenommen. Eine gut gebaute Firmenwebsite mit einigen tausend Besuchen im Monat läuft auf einer kleinen virtuellen Maschine für wenige Euro — die Last entsteht nicht durch Besucher, sondern durch schlecht gebaute Abfragen.

Deshalb ist die erste Maßnahme bei einer langsamen Seite nie ein größerer Server. Sie kostet monatlich und verschiebt das Problem um ein halbes Jahr.

Was zwischen geteilt, virtuell und eigen liegt

Beim geteilten Hosting verwaltet der Anbieter alles und Sie haben wenig Einfluss. Bei einer virtuellen Maschine haben Sie volle Kontrolle und die volle Zuständigkeit — inklusive Sicherheitsupdates. Eine eigene Maschine lohnt fast nur noch bei besonderen Auflagen.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht die Bauart, sondern: Wer spielt die Updates ein? Wenn darauf keine Antwort mit einem Namen kommt, ist geteiltes Hosting die ehrlichere Wahl.

Eigener Server oder gemieteter Platz?

Für die allermeisten Unternehmen ist ein eigener Server im Haus überflüssig. Üblich ist gemieteter Platz bei einem Rechenzentrumsbetreiber – entweder ein Anteil an einer geteilten Maschine oder eine eigene virtuelle Maschine. Letzteres ist ab einer gewissen Größe sinnvoll, weil Sie dann nicht von den Nachbarn auf derselben Hardware ausgebremst werden.

Wichtig ist weniger die Bauform als der Betrieb: Wer spielt Sicherheitsaktualisierungen ein, wer prüft die Erreichbarkeit, wer stellt bei einem Ausfall wieder her? Diese Fragen sollten beantwortet sein, bevor die erste Zeile Code geschrieben wird.

Mehr zum Thema

9 Min. Lesezeit

NIS2 für kleine Unternehmen: betroffen oder nur Zulieferer?

Unter 50 Beschäftigten ist ein Betrieb von NIS2 in aller Regel nicht direkt erfasst – und bekommt trotzdem Fragebögen seiner Kunden. Wer wirklich betroffen ist, was die Lieferkettenpflicht bedeutet und was ein Zulieferer realistisch vorlegen kann.

9 Min. Lesezeit

SonicWall SMA1000: Sicherheitslücke mit CVSS 10 schließen

SonicWall hat vier Lücken in der SMA1000-Reihe geschlossen, darunter eine SSRF ohne Anmeldung mit der Höchstwertung 10,0. Welche Firmware hilft, warum es keinen Workaround gibt und warum diese Gerätereihe in diesem Jahr schon zweimal angegriffen wurde.

Alle Fachbeiträge ansehen

Passende Leistungen

Hosting & Deployment

Ihre Web-App zuverlässig ausrollen und betreiben: automatische Deployments über GitHub Actions, gehostet auf Hetzner in der EU.

Mehr dazu

Cloud-Migration

Weg von teuren US-Clouds und Altservern: Umzug Ihrer Anwendung in die Hetzner Cloud — containerisiert, skalierbar und DSGVO-konform.

Mehr dazu