SLA (Service Level Agreement)
Ein SLA legt vertraglich fest, welche Leistung ein Dienstleister zusichert — Erreichbarkeit, Reaktionszeit bei Störungen, Behebungszeit. Ohne solche Zusagen bedeutet „wir kümmern uns" rechtlich nichts.
Die Zahl, auf die es ankommt
Nicht die Verfügbarkeit, sondern die REAKTIONSZEIT. 99,9 Prozent Verfügbarkeit klingen gut und erlauben knapp neun Stunden Ausfall im Jahr — entscheidend ist, ob jemand nach zehn Minuten oder nach zwei Tagen anfängt.
Und die Erreichbarkeit dahinter: Eine Reaktionszeit von vier Stunden gilt in vielen Verträgen nur werktags von 9 bis 17 Uhr. Ein Ausfall Freitagabend wird damit vertragsgemäß am Montag bearbeitet.
Welche Zusagen im Mittelstand wirklich zählen
Zwei: Wie schnell reagiert jemand, und wie schnell ist es behoben. Der Unterschied wird oft übersehen und ist der wichtigste im ganzen Papier — eine Reaktion binnen vier Stunden sagt nichts darüber, wann die Seite wieder läuft.
Dazu die Frage, wann diese Zeiten gelten. „Vier Stunden" innerhalb der Geschäftszeiten bedeutet am Freitagabend Montagmorgen. Wer das nicht klärt, klärt es beim ersten Ausfall.
Was hinter den Prozentwerten steckt
99,9 Prozent Verfügbarkeit erlauben rund 43 Minuten Ausfall im Monat, 99 Prozent gut sieben Stunden — gerechnet auf einen Monat mit 730 Stunden, sodass sich die Zahl im Vertrag selbst prüfen lässt. Der Unterschied zwischen beiden Zahlen sieht klein aus und ist der Unterschied zwischen einem Nachmittag und einer Randnotiz.
Wichtiger als der Wert ist, wer misst und was als Ausfall zählt. Wartungsfenster sind fast immer ausgenommen, und ein Server, der antwortet, aber Fehlerseiten liefert, gilt bei manchem Anbieter als verfügbar.
Was ein SLA nicht leistet
Es verhindert keinen Ausfall. Es regelt, was dann passiert — und meist, welche Gutschrift es gibt. Eine Gutschrift von zwei Monatsbeiträgen ersetzt keinen Umsatzausfall an einem Verkaufstag.
Deshalb ist die wichtigere Frage nicht die Höhe der Entschädigung, sondern ob der Anbieter die zugesagte Zeit realistisch halten kann. Wer sonntags allein ist, kann keine Vier-Stunden-Zusage über sieben Tage geben.
Rechtsgrundlagen
- Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)(öffnet in neuem Tab)Anfechtung §§ 119–122, Bindung an den Antrag § 145, AGB-Recht §§ 305–310, Annahmeverzug § 615 (Ausfallgebühr), Werkvertrag §§ 631 ff., Widerruf §§ 355 ff., Zahlungsdienste §§ 675e Abs. 4, 675u, 675v
Häufige Fragen zu SLA (Service Level Agreement)
Wann beginnt die Reaktionszeit eines SLA zu laufen?
Wie viele Störungsklassen braucht ein SLA?
Was unterscheidet ein SLA von einem Wartungsvertrag?
Schließt eine Gutschrift aus dem SLA weitere Ansprüche aus?
Was passiert mit einem Anspruch aus dem SLA, der erst Monate später geltend gemacht wird?
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