Daten & Sicherheit

Backup

Ein Backup ist eine Sicherungskopie von Daten, aus der sich der Zustand nach einem Verlust wiederherstellen lässt. Entscheidend ist nicht das Anlegen der Kopie, sondern dass die Wiederherstellung nachweislich funktioniert.

Redaktionell geprüft von Alexander SeidlertwentyonepixelsStand:

Die Frage, die zählt

Nicht „wird gesichert?", sondern „wann wurde zuletzt erfolgreich zurückgespielt?". Eine Sicherung, die nie geprüft wurde, ist eine Hoffnung — und der Ernstfall ist der schlechteste Zeitpunkt, das herauszufinden.

Wir prüfen bei Übernahmen regelmäßig Backups, die seit Monaten leer liefen, weil sich ein Pfad geändert hatte. Gemerkt hat es niemand, weil niemand hingesehen hat.

Die Regel, an der sich jede Sicherung messen lässt

Drei Kopien, zwei verschiedene Medien, eine außer Haus — und eine davon nicht dauerhaft erreichbar. Der letzte Zusatz ist neu und der wichtigste: Verschlüsselungstrojaner suchen gezielt nach verbundenen Sicherungslaufwerken und verschlüsseln sie mit.

Für kleine Betriebe heißt das praktisch: Automatische Sicherung beim Anbieter, zusätzlich eine Kopie an einem zweiten Ort, und regelmäßig eine, die offline liegt.

Warum die Wiederherstellung geprobt gehört

Weil eine ungeprüfte Sicherung nur eine Vermutung ist. In der Praxis scheitert die Wiederherstellung häufig an Kleinigkeiten: fehlende Zugangsdaten, unvollständiger Datenbankdump, ein Verschlüsselungsschlüssel, den niemand mehr hat.

Ein Probelauf einmal im Jahr, dokumentiert mit Datum und Dauer, beantwortet zugleich die zweite wichtige Frage: Wie lange steht der Betrieb im Ernstfall still? Die dritte Zahl steht schon fest, bevor etwas passiert: Bei einer täglichen Sicherung sind im schlechtesten Fall 24 Stunden Arbeit verloren — gerechnet aus dem Abstand zwischen zwei Läufen. Wer das nicht hinnehmen kann, braucht kein besseres Backup, sondern ein kürzeres Intervall.

Was eine brauchbare Sicherung ausmacht

Mehrere Zeitstände statt nur des letzten — sonst sichern Sie einen Verschlüsselungstrojaner mit. Eine Kopie außerhalb desselben Systems, damit ein Ausfall nicht beides trifft. Und eine dokumentierte Wiederherstellung, die jemand ohne Vorwissen ausführen kann.

Für Websites heißt das konkret: Dateien und Datenbank gemeinsam, denn einzeln passen sie nach der Wiederherstellung oft nicht mehr zusammen.

Rechtsgrundlagen

Häufige Fragen zu Backup

Nein. § 147 Absatz 3 der Abgabenordnung verlangt zehn Jahre für Bücher, Inventare und Jahresabschlüsse, acht Jahre für Buchungsbelege und sechs Jahre für Handels- und Geschäftsbriefe. Ein Backup rotiert dagegen: Alte Stände werden überschrieben, sobald der Speicherplatz knapp wird. Absatz 2 derselben Vorschrift verlangt außerdem, dass die Unterlagen während der ganzen Frist jederzeit verfügbar und unverzüglich lesbar sind – ein Sicherungsstand, der sich nur mit der damaligen Software öffnen lässt, erfüllt das nicht.

Nein, denn eine Synchronisation gibt jede Änderung weiter – auch das Löschen und auch die Verschlüsselung durch einen Schädling. Sie hält den aktuellen Zustand doppelt, nicht dessen Geschichte. Der Papierkorb begrenzt, wie weit zurück überhaupt etwas zu holen ist: Microsoft löscht Elemente in OneDrive bei privaten Konten nach 30 Tagen, bei Geschäftskonten nach 93 Tagen endgültig. Wer einen Fehler später entdeckt, hat keine Quelle mehr.

Verantwortlich bleibt der Betreiber. Ein Hoster verarbeitet personenbezogene Daten nach Artikel 28 Absatz 3 DSGVO nur auf dokumentierte Weisung; die Pflicht zu Sicherheitsmaßnahmen nach Artikel 32 DSGVO trifft beide, entfällt für den Betreiber aber nicht. Faustregel: Was nicht im Auftragsverarbeitungsvertrag oder in der Leistungsbeschreibung mit Intervall und Aufbewahrungsdauer steht, ist nicht zugesagt. Eine Sicherung, die der Hoster für ganze Server führt, deckt den Einzelfall eines Kunden nicht ab.

Alles, was außerhalb des Webverzeichnisses lag. Der DNS-Eintrag samt Mailrouting liegt beim Registrar, nicht im Backup; TLS-Zertifikate, zeitgesteuerte Aufgaben, Serverdienste, PHP-Version und Umgebungsvariablen mit Zugangsdaten zu Zahlungs- und Versanddiensten ebenso. Diese Teile lassen sich nur aus einer Installationsanleitung rekonstruieren, die jemand gepflegt hat. Ein Backup ist erst dann vollständig, wenn daneben eine Liste aller Dienste steht, ohne die die Website nicht arbeitet.

Weiter als die Verweildauer des Angreifers im System. Ein Lagebericht zu Sicherheitsvorfällen weist für 2024 eine globale mediane Verweildauer von 11 Tagen aus, gegenüber 10 Tagen im Jahr davor; wurde der Vorfall von außen gemeldet, lag sie bei 26 Tagen. Ein Sicherungsvorrat von sieben Tagen enthält damit in mehr als der Hälfte der Fälle bereits den Zugang des Angreifers. Der Median sagt nur, dass die Hälfte darunter lag – nach oben ist er offen.

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