Technik & Betrieb

Kubernetes

Kubernetes verteilt Container automatisch auf mehrere Server, startet ausgefallene neu und passt die Zahl laufender Kopien an die Last an. Es ist der Standard für den Betrieb großer verteilter Anwendungen.

Redaktionell geprüft von Alexander SeidlertwentyonepixelsStand:

Der Aufwand, den man mitkauft

Kubernetes ist selbst ein System, das betrieben und aktualisiert werden muss. Es bringt eigene Begriffe, eigene Fehlerbilder und eine Lernkurve, die in Wochen gemessen wird — nicht in Tagen.

Für eine Website oder eine Anwendung mit einigen hundert Nutzern ist das der falsche Weg. Ein gut eingerichteter Server mit automatischer Veröffentlichung erfüllt dieselbe Aufgabe zu einem Bruchteil der Komplexität.

Ab welcher Größe es sich rechnet

Ab mehreren Anwendungen mit schwankender Last und einem Team, das den Betrieb übernehmen kann. Für eine einzelne Website ist es ein Aufwand ohne Gegenwert: mehr bewegliche Teile, mehr Wissen, mehr Stellen, an denen etwas ausfällt.

Die ehrliche Faustregel: Wenn Sie fragen, ob Sie es brauchen, brauchen Sie es nicht. Ein Container auf einem Server mit automatischem Neustart deckt den Bedarf der meisten Mittelständler vollständig ab.

Welche Kosten dabei übersehen werden

Nicht die Server, sondern das Wissen. Ein Cluster braucht jemanden, der ihn versteht — bei Ausfall, bei Updates, bei einem Zertifikatswechsel. Fällt diese Person aus, ist die Anwendung nicht mehr wartbar, und das trifft kleine Teams härter als große.

Wer den Weg trotzdem geht, sollte einen verwalteten Dienst wählen. Selbst betriebene Cluster sind der teuerste Weg zu einer Website.

Wann es die richtige Antwort ist

Bei stark schwankender Last, bei vielen unabhängig veröffentlichten Diensten oder wenn Ausfallsicherheit über mehrere Rechenzentren gefordert ist. Dann zahlt sich der Aufbau aus.

Die ehrliche Frage vorab lautet: Haben wir dieses Problem, oder hätten wir es gern? Wir bauen bewusst kleiner, wo es reicht — nachrüsten ist einfacher als zurückbauen.

Häufige Fragen zu Kubernetes

Docker baut Container-Images und startet sie auf einer Maschine; Kubernetes verteilt fertige Container über mehrere Maschinen und hält die Sollzahl der Kopien. Die beiden sind keine Alternativen, sondern liegen übereinander. Seit Kubernetes 1.24 ist die Zwischenschicht dockershim entfernt, das Projekt spricht Docker Engine also nicht mehr direkt an; Images aus docker build laufen unverändert weiter, weil sie dem OCI-Standard folgen. Auf einem einzelnen Server bleibt die verteilende Schicht ohne Aufgabe.

Mindestens einmal im Jahr, in der Praxis zwei- bis dreimal. Das Projekt veröffentlicht etwa drei Minor-Versionen jährlich, pflegt nur die drei jüngsten Zweige und gibt je Version zwölf Monate Patch-Support plus zwei Monate Wartungsmodus; nach 14 Monaten kommen keine Sicherheitsupdates mehr. Übersprungene Minor-Stufen sind laut Dokumentation nicht unterstützt, Knoten dürfen höchstens drei Versionen hinter der Steuerebene liegen. Ein Cluster ohne festen Wartungstakt verlässt den Support, ohne dass etwas ausfällt – er wird nur unsicher.

Sechs. Die Anleitung des Kubernetes-Projekts für hochverfügbare Cluster verlangt drei oder mehr Maschinen für die Steuerebene und drei oder mehr Arbeitsknoten; wird etcd ausgelagert, kommen drei weitere hinzu, also neun. Jede Maschine braucht mindestens 2 GB Arbeitsspeicher, die Steuerebene zusätzlich zwei Prozessorkerne. Die ungerade Zahl ist Bedingung, nicht Geschmack: etcd entscheidet per Mehrheit. Ein einzelner Knoten taugt zum Ausprobieren, nicht zur Ausfallsicherheit.

Kubernetes startet den Container neu, aber mit wachsender Pause: laut Dokumentation 10 Sekunden, dann 20, dann 40, begrenzt auf 300 Sekunden. Erst nach zehn Minuten störungsfreiem Lauf setzt der Zähler zurück. In der Statusspalte steht währenddessen CrashLoopBackOff. Der Neustart behebt nichts – er verdeckt die Ursache und dehnt den Ausfall, weil die Anwendung nur noch alle fünf Minuten kurz anspringt.

Das Projekt zählt die Lücken selbst auf: Kubernetes baut keine Anwendung aus Quellcode, bringt keine Bau- und Auslieferungskette mit, liefert keine Datenbank, keinen Zwischenspeicher und keinen Cluster-Speicher und schreibt keine Lösung für Protokollierung, Überwachung oder Alarmierung vor. Es ist keine Rundum-Plattform. Jeder dieser Bausteine muss zusätzlich ausgewählt, betrieben und aktualisiert werden – wer nur den Cluster einplant, plant den kleineren Teil.

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