Cache
Ein Cache ist ein Zwischenspeicher für Daten, die häufig gebraucht werden. Statt eine Seite bei jedem Aufruf neu zu berechnen, liefert der Server die gespeicherte Fassung aus – das ist um ein Vielfaches schneller.
Warum Zwischenspeichern so viel bringt
Eine Seite zusammenzubauen kostet Arbeit: Datenbank abfragen, Inhalte zusammenstellen, Vorlage füllen. Bei tausend Aufrufen dieselbe Arbeit tausendmal zu machen, ist Verschwendung, wenn sich am Ergebnis nichts ändert. Ein Cache hält das Ergebnis fest und gibt es direkt heraus.
Der Effekt ist selten klein. Seiten, die vorher mehrere hundert Millisekunden brauchten, antworten zwischengespeichert oft in unter fünfzig. Das ist unmittelbar spürbar und wirkt sich auf die Bewertung durch Suchmaschinen aus.
Welche Ebenen es in einer Website gibt
Mindestens vier: der Browser des Besuchers, ein vorgeschaltetes Auslieferungsnetz, der Webserver und die Anwendung selbst. Jede hat eigene Regeln, und ein Inhalt, der „nicht aktualisiert", steckt meist in einer davon fest — nur selten in der, die man zuerst leert.
Deshalb gehört zur Fehlersuche die Reihenfolge von außen nach innen: erst Browser, dann Netz, dann Server. Wer innen anfängt, leert dreimal und sucht weiter.
Wie eine Verfallsregel praktisch aussieht
Für Dateien mit Versionskennung im Namen: sehr lange Speicherung, weil eine Änderung einen neuen Namen erzeugt. Für Seiteninhalte: kurze Dauer plus gezieltes Verwerfen beim Speichern einer Änderung. Für alles hinter einer Anmeldung: gar keine gemeinsame Speicherung.
Diese drei Regeln decken den Normalfall ab. Wo sie nicht reichen, ist die Frage meist nicht technisch, sondern redaktionell: Wie lange darf dieser Inhalt veraltet sein?
Das eigentliche Problem: Wann wird verworfen?
Zwischenspeichern ist einfach. Schwierig ist die Frage, wann der gespeicherte Stand ungültig wird. Ändern Sie einen Preis und der Cache liefert weiter den alten, sehen Kunden falsche Angaben – im Zweifel tagelang.
Deshalb gehört zu jeder Zwischenspeicherung eine Regel, wann sie verfällt: nach einer festen Zeitspanne, oder gezielt beim Speichern einer Änderung. Die zweite Variante ist aufwendiger und deutlich verlässlicher. Wer zwischenspeichert, ohne das zu klären, tauscht ein Geschwindigkeitsproblem gegen ein Korrektheitsproblem – und das ist der schlechtere Handel.
Rechtsgrundlagen
- RFC 9111 (HTTP Caching)(öffnet in neuem Tab)no-cache 5.2.2.4 verbietet nur die Wiederverwendung, no-store 5.2.2.5 das Speichern
- RFC 5861 (stale-while-revalidate und stale-if-error)(öffnet in neuem Tab)Abschnitt 3 erlaubt das Ausliefern eines abgelaufenen Stands während der Erneuerung
Häufige Fragen zu Cache
Was passiert, wenn zwei Anfragen gleichzeitig auf einen abgelaufenen Cache-Eintrag treffen?
Welche Angabe hält eine personenbezogene Antwort aus einem gemeinsam genutzten Cache heraus?
Wie viele Aufrufe erreichen trotz Cache noch die Datenbank?
Verhindert no-cache, dass ein Cache die Antwort speichert?
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