Open Source
Open-Source-Software wird mit offenem Quellcode veröffentlicht und darf eingesehen, verändert und weitergegeben werden — unter den Bedingungen ihrer Lizenz. Der überwiegende Teil heutiger Webtechnik ist so entstanden.
Was es für Auftraggeber bedeutet
Keine Lizenzkosten und keine Bindung an einen einzelnen Hersteller. Wenn Ihr Dienstleister ausfällt, kann ein anderer weiterarbeiten — bei einem geschlossenen Baukastensystem gilt das nicht.
Das Gegenstück: Es gibt keinen Hersteller, den man haftbar machen kann. Verantwortung für Auswahl, Aktualisierung und Betrieb liegt bei dem, der es einsetzt.
Was Sie vor dem Einsatz prüfen sollten
Die Lizenz und die Lebendigkeit. Die Lizenz entscheidet, ob und wie Sie das Ergebnis weitergeben dürfen — bei manchen Lizenzen mit Folgen für den eigenen Code. Die Lebendigkeit zeigt sich an Veröffentlichungen der letzten zwölf Monate und an der Zahl der Beitragenden.
Ein Projekt mit einem einzigen Betreuer ist ein Risiko, unabhängig von seiner Qualität. Wenn diese Person aufhört, hört das Projekt auf.
Warum „kostenlos" die falsche Rechnung ist
Weil die Kosten woanders liegen: Einarbeitung, Anpassung, Updates und die eigene Zuständigkeit im Fehlerfall. Es gibt keinen Anbieter, den man anrufen kann — es sei denn, man kauft Unterstützung dazu, und dann ist es nicht mehr kostenlos.
Der eigentliche Vorteil ist ein anderer und wiegt schwerer: keine Abhängigkeit von einem Hersteller, Einsicht in den Code, und die Möglichkeit, im Notfall selbst zu handeln.
Worauf bei der Auswahl zu achten ist
Auf Lebendigkeit, nicht auf Beliebtheit: Wann kam die letzte Veröffentlichung, wie schnell werden Sicherheitslücken geschlossen, wie viele Menschen arbeiten daran? Ein beliebtes Projekt ohne Pflege ist ein Risiko.
Und auf die Lizenz: Die meisten erlauben kommerzielle Nutzung ohne Auflagen für den eigenen Code, einige verlangen, dass Änderungen ebenfalls offengelegt werden. Für Standardprojekte selten ein Problem, aber es gehört geprüft.
Rechtsgrundlagen
- Verordnung (EU) 2024/2847 (Cyber Resilience Act)(öffnet in neuem Tab)Erwägungsgründe 17 bis 19 zur Ausnahme für nicht monetarisierte Open Source
Häufige Fragen zu Open Source
Wer entscheidet, ob eine Lizenz als Open Source gelten darf?
Darf der Hersteller einer Open-Source-Software die Lizenz nachträglich ändern?
Ist Open-Source-Software sicherer, weil jeder den Quellcode lesen kann?
Welche Pflichten bringt der Cyber Resilience Act für Open-Source-Software?
Muss der Lizenztext einer Open-Source-Bibliothek mit der Website ausgeliefert werden?
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