Web & Entwicklung

Git (Versionsverwaltung)

Git zeichnet jede Änderung an einem Projekt auf und erlaubt es, zu jedem früheren Stand zurückzukehren. Es ist die Grundlage dafür, dass mehrere Menschen gleichzeitig an derselben Software arbeiten können.

Redaktionell geprüft von Alexander SeidlertwentyonepixelsStand:

Warum es Sie als Auftraggeber betrifft

Weil es die Antwort auf „was wurde wann warum geändert" liefert — und weil es Ihr Sicherheitsnetz ist. Eine fehlerhafte Änderung lässt sich zurücknehmen, ohne dass jemand aus dem Gedächtnis rekonstruiert, wie es vorher war.

Praktisch relevant ist die Frage nach dem Zugang: Liegt der Quellcode in einem Verzeichnis, auf das Sie Zugriff haben? Wenn nicht, sind Sie an einen Dienstleister gebunden, auch wenn Ihnen der Code vertraglich gehört.

Was ein Auftraggeber davon haben sollte

Zugang. Der Code Ihrer Website gehört Ihnen, und der Zugang zum Verzeichnis ist der praktische Ausdruck davon — er entscheidet darüber, ob ein Dienstleisterwechsel ein Vorgang oder eine Verhandlung ist.

Ebenso wichtig: Wo liegt das Verzeichnis? Ein Konto bei einem Anbieter, das auf den Namen der Agentur läuft, ist derselbe Fall wie eine Domain auf fremden Namen.

Warum die Versionsgeschichte mehr wert ist als der Code

Weil sie erklärt, warum etwas so ist. Ein Eintrag mit Begründung beantwortet Jahre später die Frage, ob eine ungewöhnliche Lösung Absicht oder Versehen war — und diese Frage entscheidet darüber, ob jemand sie gefahrlos ändern kann.

Deshalb ist die Qualität der Einträge kein Stilthema. Eine Geschichte aus lauter „Fix" und „Update" ist so nützlich wie keine.

Was die Historie wert ist

Sehr viel, wenn die Beschreibungen sagen, WARUM etwas geändert wurde. Ein Eintrag „Fix" hilft in zwei Jahren niemandem; einer, der den Anlass nennt, erspart dem nächsten Entwickler eine halbe Stunde Suche.

Deshalb schreiben wir Änderungsbeschreibungen als Fließtext mit Begründung — sie sind die Dokumentation, die tatsächlich gepflegt wird.

Häufige Fragen zu Git (Versionsverwaltung)

Er muss als offengelegt gelten und ersetzt werden – ihn im nächsten Commit zu löschen, entfernt ihn nicht. Git fügt im Regelfall nur Daten hinzu; der ältere Commit trägt den Schlüssel weiter. Auch nach umgeschriebener Historie bleibt das Objekt eine Zeit lang erreichbar: Die Git-Dokumentation zu git gc nennt als Standardfristen 90 Tage für Verweise auf frühere Stände und zwei Wochen, bis unerreichbare Objekte aufgeräumt werden. Die GitHub-Dokumentation setzt deshalb das Widerrufen an den Anfang, nicht das Löschen.

Namen, E-Mail-Adressen und Arbeitszeiten aller Beteiligten sowie jede Datei, die je im Projekt lag – auch die gelöschten. Jeder Commit speichert Autor, Adresse und Zeitstempel als Teil seiner Prüfsumme; diese 40 Zeichen lange Kennung ändert sich, sobald eine dieser Angaben nachträglich berichtigt wird. Die Git-Dokumentation warnt, dass eine so umgeschriebene Historie nicht mehr zur ursprünglichen passt und sich nicht einfach verteilen lässt. Deshalb gehört die Durchsicht vor die Veröffentlichung, nicht danach.

Alles, was nicht in der Historie steht, sondern beim Plattformanbieter liegt: Aufgaben und Fehlermeldungen, die Anmerkungen aus den Prüfanfragen, die Konfiguration der Auslieferung und die dort hinterlegten Zugangsdaten. Ein Klon enthält die vollständige Historie, eine ZIP-Datei oder eine FTP-Kopie des laufenden Servers dagegen nicht – ohne das Unterverzeichnis .git ist es ein Stand ohne Vergangenheit. Zu übergeben sind daher Verzeichnis, Plattformkonto und Zugangsdaten, nicht nur die Dateien.

GitHub warnt ab 50 MiB je Datei und lehnt Dateien über 100 MiB ab; über den Browser sind höchstens 25 MiB möglich. Für das ganze Verzeichnis empfiehlt der Anbieter unter 1 GB und dringend unter 5 GB. Git selbst kennt keine solche Schranke, speichert aber jede Fassung einer Datei vollständig, und die Historie wird nicht wieder kleiner. Videos, Rohbilder und Entwurfsdateien gehören deshalb in Git LFS oder eine Ablage daneben.

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